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27.11.2013

Honig und GVOs

Abstimmung zur Honigrichtlinie im Umweltausschuss: Verbraucherinteressen gehen vor

Im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments (EP) wurde gestern über die Vorschläge zur Überarbeitung der EU-Honig-Richtlinie abgestimmt. Die Mehrheit der Abgeordneten haben die Vorschläge der Kommission die EU-Gesetzgebung so zu ändern, dass das Vorkommen von gentechnisch verändertem Pollen im Honig nicht gekennzeichnet werden muss, abgelehnt. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA, erklärt:

"Die Abgeordneten haben gestern die Interessen der Verbraucher, Imker und der Bienen in den Vordergrund gestellt, indem sie die Vorschläge der Kommission abgelehnt haben. Der Europäische Gerichtshof hatte 2011 entschieden, dass mit gentechnisch verändertem Pollen kontaminierter Honig nach der EU-Gesetzgebung gekennzeichnet werden muss. Daraufhin hatte die Kommission einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, der besagt, dass das Vorkommen von GVO-Pollen als Bestandteil im Honig zukünftig nicht auf dem Etikett gekennzeichnet werden muss. Wir Grünen setzen uns weiterhin intensiv dafür ein, dass dieser scheinheilige Vorschlag auch in der Plenarabstimmung abgelehnt wird.

Weil die EU-Mitgliedstaaten Honig aus Ländern importieren, der aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt wird, und auch bereits in Spanien und Rumänien der Anbau von GVO-Mais zugelassen wurde, wird in den Regalen unserer Geschäfte vermehrt Honig mit GVO-Pollen auftauchen. Die europäischen Imker werden durch Importe aus Drittländern vermehrt unter Druck gesetzt. Daher brauchen sie Unterstützung, um ihre auf Qualität und Reinheit basierenden Produkte weiter herstellen zu können.

Wir sind daher der Überzeugung, dass Honig, der GVO-Pollen enthält, auch als solcher gekennzeichnet werden muss, um den Verbrauchern und den Imkern Sicherheit zu geben. Die Kommission sollte dementsprechende Vorschläge vorlegen."