Press release


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Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA)

EU governments wave through ACTA deal, ignoring major legal concerns


EU fisheries ministers gave the go-ahead for the Council Presidency to formally sign the controversial Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA). The agreement can now be signed by the Council Presidency on behalf of the EU. The Greens strongly criticised the decision, highlighting persisting concerns about the legality of the deal and its compatibility with EU provisions on fundamental rights. Commenting on the Council, Green legal affairs expert Jan Philipp Albrecht said:

"EU ministers today furtively waved through the controversial ACTA deal, despite major outstanding concerns regarding its legality. This sneaky procedure, which will enable the Council Presidency to officially sign the agreement, is nothing short of scandalous.

"Numerous analyses over the past few months have raised serious doubts about the compatibility of ACTA with EU law, particularly provisions on fundamental rights. ACTA encourages its signatory states to step up cooperation with private actors, like internet providers, for intellectual property enforcement in the absence of any minimum standards for legal procedures. This opens the door to undermining the basic rights of individuals with no protection for those affected. Experts have also pointed out that ACTA could undermine access to medicines, particularly in developing countries, which are more dependent on generics, but were not even part of the negotiations.

"Against the background of these serious concerns, the Greens believe the legality of the ACTA deal should be assessed by the European Court of Justice. The group will push for this to take place before the European Parliament is asked to finally ratify the agreement."

Studies on ACTA commissioned by the Greens/EFA:

Durchsetzung von Marken- und Urheberrecht

Trotz schwerer Rechtsbedenken winken EU-Regierungen ACTA-Abkommen durch


Der EU-Fischereirat hat soeben das seit 2008 in geheimen Verhandlungen ausgearbeitete Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) zur Unterschrift durch die EU-Ratspräsidentschaft freigegeben. Bereits beim ab heute stattfindenden WTO-Ministertreffen in Genf kann das Abkommen seitens der EU unterzeichnet werden. Dazu erklärt der Grüne Rechtsexperte im Europäischen Parlament, Jan Philipp Albrecht

"Still und heimlich haben die EU-Fischereiminister heute zu Beginn der WTO-Ministerkonferenz das hoch umstrittene ACTA-Abkommen ohne Diskussion durchgewunken. Dabei hat es in den vergangenen Monaten gleich mehrere Experten-Gutachten gegeben, die erhebliche Bedenken an der Vereinbarkeit des Abkommens mit dem Unionsrecht erhoben haben. Bis zuletzt konnte nicht stichhaltig widerlegt werden, dass die vereinbarten Maßnahmen zur besseren Durchsetzung von Marken- und Urheberrecht von Grundrechte verletzen. ACTA enthält etwa die Empfehlung an seine Vertragsstaaten, die Kooperation mit privaten Akteuren, wie den Internetprovidern voranzutreiben, ohne Mindeststandards für ein rechtsstaatliches Verfahren festzulegen. Damit besteht die Gefahr von individuellen Grundrechtseinschränkungen ohne Schutz für die Betroffenen. 

Auch andere wichtige Ziele der Europäischen Union werden mit dem Abkommen gefährdet. So haben Wissenschaftler ebenfalls festgestellt, dass der Zugang zu wichtigen Medikamenten in den Entwicklungsländern durch ACTA eingeschränkt werden könnte. Doch gerade diese Länder saßen bei den Verhandlungen nicht mit am Tisch. Insgesamt war der Verhandlungsprozess zum ACTA-Abkommen alles andere als demokratisch. Erst auf massiven Druck des Europäischen Parlaments wurden im vergangenen Jahr die Abkommenstexte öffentlich gemacht. Die daraufhin eingeholten Rechtsmeinungen von juristischen Diensten und Expertengruppen ließen keine abschließende Einschätzung der Rechtsbedenken zu, sondern dokumentierten vor allem viele offene Fragen. Als Grüne fordern wir daher die Einholung eines Gutachtens des Europäischen Gerichtshofes durch das Europäische Parlament, bevor hier die endgültige Abstimmung stattfindet." 

Jan Philipp Albrecht kann unter +49-1751656698 erreicht werden.

Hintergrund:

Stellungnahme Europäischer Akademiker zu ACTA:

http://www.iri.uni-hannover.de/tl_files/pdf/ACTA_opinion_200111_2.pdf

Studien im Auftrag von Grüne/EFA: 

- ACTA and Access to Medicines, http://rfc.act-on-acta.eu/access-to-medicines

- Compatibility ACTA with the European Convention on Human Rights & the EU Charter of Fundamental Rights, http://rfc.act-on-acta.eu/fundamental-rights

Mexikanischer Senat fordert die Regierung auf, ACTA nicht zu unterzeichnen, http://www.senado.gob.mx/index.php?id=9376&lg=61&mn=2&sm=2&ver=sp 

Juristischer Dienst des EP verweigert volle Veröffentlichung seiner Stellungnahme zu ACTA, http://people.ffii.org/~ante/acta/Legal-service-opinion1.pdf 

ACTA-Text, http://trade.ec.europa.eu/doclib/html/147937.htm