Press release


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EU economic governance (two pack)

MEPs vote to counter-balance one-sided austerity crisis response and strengthen democratic oversight


The European Parliament today voted on two key legislative proposals aimed at further strengthening economic governance in the Eurozone, the so-called 'two pack'. The Greens welcomed the outcomes as setting out an alternative to the one-sided crisis response in the EU, while strengthening democratic oversight of the necessary EU budgetary surveillance.

Commenting on the rules for countries in receipt of rescue funds (1), Green economic affairs spokesperson Sven Giegold (MEP, Germany) stated:

"Today's vote sets out a clear and constructive alternative to the failed one-sided austerity, which has characterised the response to the economic crisis so far.

"It has been obvious for some time that the narrow-minded preoccupation with austerity is failing and exacerbating economic and social hardship across the EU. MEPs have today voted to counter-balance fiscal consolidation with measures aimed at stimulating economic recovery in crisis countries. This includes consulting social partners and NGOs on macroeconomic adjustment programmes, ex-ante analysis of the potential social impacts of these programmes, as well as transparency on the methods used by the Commission for analysing sovereign debt sustainability and economic outlooks. The EP also voted to make it easier to put countries under enhanced surveillance (2) and to ensure countries subject to an adjustment programme carry out a comprehensive audit of their outstanding debt. MEPs also supported Green amendments aimed at ensuring budgetary cutbacks do not damage the provision of core public services, like health and education."

Commenting on the proposals on deficit procedures and budgetary surveillance (3), Green economic affairs spokesperson Philippe Lamberts (Belgium) added:

"Stronger European-level budgetary surveillance and coordination is an important step as we move towards true economic and fiscal union, but this must be accompanied by proper democratic oversight. We welcome that MEPs have today voted to strengthen the scrutiny and control role of the European Parliament and national legislatures as part of this process.

"It has been clear for some time that we will not emerge from the Euro crisis without clear and unequivocal measures to restore confidence in Eurozone sovereigns, notably through the mutualisation of sovereign debt. MEPs have today nailed their colours to the mast by voting for the immediate creation of a redemption fund and a roadmap for Eurobonds. Importantly, the EP also voted for a sustainable growth facility aimed at providing a countercyclical balance to fiscal consolidation measures. This is an essential part of a coherent crisis response.

"EU governments must take note, end their prevarication and finally agree to these measures, which would help to draw a line under the Euro crisis."

(1) These proposals were included in the Gauzès report, establishing rules for member states in receipt of rescue funds.

(2) Decisions on enhanced surveillance would be subject to reverse qualified majority voting in Council.

(3) These proposals were included in the Ferreira report, establishing new rules for Euro member states in a deficit procedure.

Two-Pack und Finanzkrise

EU-Parlament geht auf Konfrontation mit Merkel-Kurs und fordert Schuldentilgungsfonds und Förderung von nachhaltigem Wachstum


Das Plenum des Europäischen Parlaments hat heute dem Ausschuss für Wirtschaft- und Währung (ECON) das Mandat zu den Trilog-Verhandlungen mit Rat und Kommission zum Economic Governance-Double Pack ("Two-Pack") erteilt. Die erste Verordnung (Ferreira-Bericht) gestaltet die Regeln für die Mitgliedsstaaten im Defizitverfahren aus. Die zweite definiert erstmals Regeln für Länder unter den Rettungsschirmen wie Griechenland, Portugal und Irland (Gauzès-Bericht) (1).

Zum Abstimmungsergebnis erklärt Sven Giegold, finanz- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament:

“Mit der Verabschiedung des Two-Pack hat das Europäische Parlament heute eine klare und konstruktive Antwort auf die einseitige Europa-Krisenpolitik des Rates gegeben.

Kernstücke des Ferreira-Berichts sind Regeln zur Einrichtung eines Schuldentilgungsfonds (Redemption Fund), ein Fahrplan zu Eurobonds, sowie ein EU-Fonds zur Förderung nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung. Der Schuldentilgungsfonds basiert auf einem Vorschlag des deutschen Sachverständigenrats. Dieser Fonds ermöglicht es Euroländern, die nicht unter dem Rettungsschirm sind, günstiger Geld an den Kapitalmärkten aufzunehmen, sofern sie strikten Bedingungen folgen. Dadurch verschafft der Fonds diesen Ländernmehr Luft zum Atmen und erleichtert den Schuldenabbau. Außerdem fordert das Parlament einen Fahrplan konkreter Maßnahmen mit dem Ziel Stabilitätsanleihen einzuführen.

Ein Fonds in Höhe von 1% des BIPs der EU-Mitgliedsstaaten soll die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in den Mitgliedsstaaten fördern, ohne die eine erfolgreiche Haushaltskonsolidierung nicht machbar sein wird.

Darüber hinaus verbessert der Ferreira-Bericht die Berichterstattung über die Haushaltspolitik der Mitgliedsstaaten. Auf Grüne Initiative wird in diesem Rahmen zukünftig offengelegt, welche finanziellen Mittel ein Mitgliedsstaat bereitstellt, um die EU 2020-Ziele zu erreichen.

Mit einer soliden Mehrheit aus Sozialdemokraten, Liberalen, Linken, Grünen und einem Teil der Konservativen hat das Plenum diese weitreichenden Beschlüsse angenommen, gegen die Stimmen anderer Konservativer und der CDU/CSU, die den Schuldentilgungsfonds ablehnen.

Die kürzlich von der Kommission veröffentlichten Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung in Europa verdeutlichte die Eskalation der Eurokrise. Die bisherige Krisenpolitik ist damit ökonomisch gescheitert. Dieser wirtschaftspolitischen Irrfahrt von Kommission und Mitgliedsstaaten, allen voran der Bundesregierung, setzen die Two-Pack-Beschlüsse eine Alternative entgegen. Nun liegt es an Kommission und Rat, sich in den anstehenden Trilog-Verhandlungen konstruktiv zu verhalten, damit diese Beschlüsse möglichst schnell Gesetz werden können.

Der Gauzès-Bericht strafft die Regeln zur Haushaltskonsolidierung für die Krisenstaaten. Demnach soll die Kommission bei ihrer Beobachtung wirtschaftliche Einflüsse auf ein Krisenland, die ihre Ursache in einem anderen Mitgliedsstaat haben (sog. Spillover-Effekte), verstärkt berücksichtigen. Zudem müssen Mitgliedsstaaten die finanzielle Unterstützung erhalten, ausführlich über ihre Haushaltsplanung Rechenschaft ablegen, bis sie mindestens drei Viertel der finanziellen Unterstützung zurückerstattet haben.

Mehrere Punkte ergänzen die notwendigen Regeln zur Haushaltskonsolidierung: Die Rolle des Europäischen Parlaments im Entscheidungsprozess wird gestärkt. Der Grüne Vorschlag für besonderen Schutz von Ausgaben für Bildung und Gesundheitsversorgung im Rahmen der Einsparungen wurde aufgenommen. Die Sparbemühungen sollen außerdem durch ein Partnerschaftsabkommen flankiert werden. In dessen Rahmen können Mitgliedsstaaten und Kommission durch Kooperation über Strukturfonds und Europäische Investitionsbank finanzielle Mittel für Investitionen mobilisieren.

Das zu veröffentlichende Reformprogramm der Mitgliedsstaaten soll eine Analyse der sozialen Folgen der angestrebten Reformen beinhalten. Auch wird zivilgesellschaftlichen Organisationen und Sozialpartnern das Recht zu Stellungnahme zu den Reformprogrammen eingeräumt. Damit etabliert der Gauzès-Bericht Standards zur Rechenschaftspflicht, die beim Internationalen Währungsfonds (IWF) bereits praktiziert werden. Diese Punkte sollen direkt nach Inkrafttreten der Verordnung in den Krisenländer anwendbar sein und können einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen und politischen Stabilisierung dieser Länder leisten.”

(1) Detaillierte Informationen zur Position des Europäischen Parlaments zum Two-Pack finden Sie unter: http://bit.ly/Lxfy85

Gouvernance économique (two-pack)

Les Eurodéputés disent non à l'austérité et renforcent le contrôle démocratique


Le Parlement européen a voté aujourd'hui sur deux rapports législatifs clés qui visent à renforcer davantage la gouvernance économique au sein de la zone euro, plus connus sous le nom de "two-pack".  Les Verts au Parlement européen accueillent favorablement les mesures votées aujourd'hui. Celles-ci dessinent des alternatives aux politiques biaisées d'austérité comme réponse principale à la crise, tout en renforçant le contrôle démocratique sur la nécessaire surveillance budgétaire européenne.

A l'issue du vote, Philippe LAMBERTS (Eurodéputé belge, Membre de la Commission des Affaires Economiques et Monétaires et porte-parole pour les Verts/ALE sur ce dossier) a commenté les règles portant sur les pays bénéficiaires de plans de sauvetage ([1]):

"Ce vote ouvre la voie à de vraies alternatives aux politiques d'austérité biaisées, qui ont été la marque de fabrique des réponses à la crise jusqu'à présent, et qui ont clairement montré leurs limites.

Nul ne conteste aujourd'hui que l'approche obsessionnelle et bornée focalisée sur des politiques d'austérité n'a fait qu'exacerber les difficultés économiques et sociales qui sévissent à travers l'UE. Les eurodéputés se sont exprimés aujourd'hui en faveur d'une approche plus nuancée qui contrebalance les mesures d'assainissement budgétaire avec des mesures de relance de l'économie dans les pays en crise. Ceci implique, entre autres, la mobilisation des fonds structurels ou ceux de la Banque Européenne d'Investissement pour financer des projets qui soutiennent l'économie durable. Autre succès de ce vote; les députés européens ont soutenu des amendements introduits par les Verts qui visent à ce que les coupes budgétaires ne soient pas réalisées au détriment de services publics essentiels, tels que l'éducation et la santé."

Philippe LAMBERTS a ensuite réagi aux mesures adoptées portant sur les déficits et la surveillance budgétaire (2):

"Une surveillance budgétaire et une coordination plus forte au niveau européen sont un pas important pour avancer vers une réelle union économique et fiscale, mais cela doit être accompagné d'un vrai contrôle démocratique. Nous nous réjouissons que les eurodéputés aient voté aujourd'hui en faveur d'un renforcement du rôle de contrôle du Parlement européen et des Parlements nationaux.

"Il est clair depuis longtemps que nous ne sortirons pas de la crise de l'Euro sans des mesures claires et univoques pour restaurer la confiance, notamment par la mutualisation des dettes souveraines. Les eurodéputés ont affirmé aujourd'hui leur position en votant pour la création immédiate d'un fonds de rédemption et d'une feuille de route pour des euro-obligations. En outre, le PE a voté en faveur d'une facilité de croissance soutenable visant à assurer un équilibre contra-cyclique aux mesures d'assainissement budgétaire. C'est un élément essentiel d'une réponse cohérente à la crise. Les gouvernements européens doivent en tenir compte, mettre fin à leurs tergiversations et enfin appliquer ces mesures qui aideraient à tirer un trait sur la crise de l'Euro."

 (1) Ces propositions étaient inclues dans le rapport Gauzès, établissant des règles pour les Etats membres bénéficiaires de fonds de sauvetage.

(2) Ces propositions ont été inclues dans le rapport Ferreira, établissant de nouvelles règles pour les Etats membres en procédure de déficit excessif.