Press release


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Hungary

Commission infringement progress welcome; bigger picture of democratic roll-back unresolved


The European Commission today announced it would be continuing with infringement proceedings against the Hungarian government for the proposed laws threatening the independence of the judiciary and the data protection authority, as well as seeking further clarification over a new law affecting the independence of the central bank (1). The Greens welcomed the decision but expressed concern that the Commission is continuing to ignore the wider concerns with constitutional changes, which are leading to a scale-back of democracy in Hungary. Commenting after the announcement, Greens/EFA co-president Dany Cohn-Bendit said:

"The decision by the Commission to proceed with infringement proceedings against the Hungarian government in certain areas is a welcome step but, by restricting its analysis to such narrow areas, the Commission is ignoring the bigger picture of democratic roll-back in Hungary. The Commission is right to take action to address the 'reforms' threatening the independence of the judiciary and the data protection authority. However, in focusing on these narrow areas, the Commission is continuing to ignore wider concerns with constitutional changes, which are completely at odds with the core values on which the EU is founded and which the Commission, as guardian of the Treaty, has a duty to defend."

Greens/EFA co-president Rebecca Harms continued:

"The EU must take stronger action in defence of core EU values and prevent the slide away from democracy in Hungary, which is totally against the interests of its citizens and its economy. If the Commission lacks the courage to act, the EU Parliament must fill the void. The Greens/EFA group has already called for the initiation of a procedure under Article 7.1 of the EU Treaty to examine whether Hungary is in breach of EU fundamental values (2) and will continue to push for this. Clearly, the best solution for all would be for the Orban government to have a belated change of heart."

(1) See Commission statement: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/12/222&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en

(2) See press release of 5 January: http://www.greens-efa.eu/democracy-in-hungary-5109.html
and also press release and letter to Commission President Barroso at http://www.greens-efa.eu/de/letter-to-barroso-5104.html

Ungarn

Grüne begrüßen Entscheidung der EU-Kommission zu Vertragsverletzungsverfahren


Die Europäische Kommission hat heute bekannt gegeben, dass sie das Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn wegen Bedrohung der Unabhängigkeit der Justiz und der Datenschutzbehörde fortzusetzen werde. Sie fordert auch weitere Aufklärung über ein Gesetz, das die Unabhängigkeit der Zentralbank betrifft (1). Dazu erklärt Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

"Die EU-Kommission hat heute gegenüber der ungarischen Regierung Rückgrat gezeigt. Mit der Entscheidung, die Vertragsverletzungsverfahren wegen Bedrohung der Unabhängigkeit der Justiz und der Datenschutzbehörde fortzusetzen, verteidigt sie die europäischen Grundwerte, wie es ihrer Rolle als Hüterin der Verträge entspricht. Die Kommission hat auch Recht, detaillierte Auskunft über die von Premierminister Viktor Orban der Kommission bereits versprochene Revision des Gesetzes über die Nationalbank zu fordern. Es ist nicht klar, ob die Gesetzesänderung wirklich die Unabhängigkeit der Nationalbank sicherstellt. Wir Grünen sind weiterhin unzufrieden damit,, dass die Kommission nur diese Fragen prüft. Sie scheut davor zurück, die zunehmend autoritäre Politik der ungarischen Regierung, wie sie sich auch in der neuen Verfassung ausdrückt, unter die Lupe zu nehmen. Dringend zurückgenommen werden muss auch das das ungarische Mediengesetz, das der Demokratie in Ungarn besonders schadet."

Ulrike Lunacek, außenpolitische Sprecherin der Grünen/EFA erklärt:

"Die EU muss ihre Grundwerte resolut verteidigen. Einem Abgleiten Ungarns in einen demokratie- wie rechtsfeindlichen Raum ist entschieden entgegen zu treten. Aus dem von der konservativen Europäischen Volkspartei dominierten Rat vernimmt man bisher nichts als Schweigen zu den Vorgängen in Ungarn. Und die EU-Kommission wiederum beschränkt ihre Kritik auf wenige Probleme, während sie das gesamte Ausmaß des Abbaus demokratischer Rechte in Ungarn ignoriert. Das Europaparlament sollte in dieser Situation und im Anschluss an seine Ungarn-Resolution auf die rasche Einleitung eines Grundwerteverfahrens nach Artikel 7 des EU-Vertrags beharren. Damit wird im ersten Schritt geprüft, ob und in welchen Bereichen das Risiko einer Verletzung europäischer Grundwerte besteht. Für die ungarische Regierung und das ungarische Parlament ist es nicht zu spät, um einzulenken und Gesetze und Verfassung mit europäischen Werten in Einklang zu bringen. Das wäre die beste Lösung für alle Beteiligten und ein Sieg für Grundwerte und Demokratie in Europa.“

Anmerkungen:

(1) Erklärung der Kommission: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/12/222&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en