Press release


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Money market funds

MEPs vote for light touch regulation of risky shadow banking fund schemes


The European Parliament’s economic and monetary affairs committee today voted on draft new EU rules on money market funds. The Greens hit out at the vote, which would lead to weaker rules on these sensitive funds. After the vote, Green MEP and financial affairs spokesperson Eva Joly stated:

“MEPs have today voted for a light touch regulation of sensitive money market funds, which function like shadow banks. This vote is a blow for efforts to improve the stability of the financial system and a gift to the financial lobby, and we hope EU governments will not follow suit.

"The Financial Stability Board (FSB) and the European Systemic Risk Board (ESRB) had recommended phasing-out some of these funds (the so-called Constant Net Asset Value Money Market Funds), as they generate and spread systemic risk. These funds function like savings banks and these shadow banks should clearly face the same level of rigorous regulation but Thursday's vote could see them continue to avoid meaningful regulation. Today's vote must be corrected, otherwise the EU will be at odds with international efforts to regulate the shadow banking sector, under the G20's agenda."

Green financial and economic affairs spokesperson Sven Giegold added:

"Already weak proposals from the EU Commission were further weakened by today's vote. The Commission's proposal to introduce a capital buffer of 3% on shadow banks - similar to normal banks - was already a lot weaker than the recommended full phase-out of these funds. MEPs today voted to remove the obligation for a capital buffer however, following intense industry lobbying. Only one new branded category of funds would be submitted to an unambitious phasing-out period of at least five years. This is three years longer than in the US and therefore unacceptable. For all other categories of shadow banks there will be no phasing-out at all. MEPs also voted down a Green amendment aimed at restricting remuneration as provided for in the banking regulation.

"This vote is a blow to the European Parliament's hitherto laudable role in strengthening financial regulation in response to the financial crisis. If it is maintained in the final legislation, it will also be a setback for the badly-needed regulation of this sector. We hope the plenary will correct today’s bad result."

Shadow Banking

Les députés soutiennent une réglementation allégée pour les banques de l’ombre


Aujourd'hui la Commission affaires économiques et monétaires du Parlement européen a voté sur le projet de réglementation européenne sur les fonds monétaires. Les eurodéputés Verts-ALE estiment que le résultat du vote, s’il devenait la position de l’Union Européenne, conduirait à l’instauration de règles peu ambitieuses pour ces fonds qui offrent des services analogues aux banques de dépôt tout en étant soumis à ce stade à une régulation bien moins contraignante.  

Après le vote, Eva JOLY, députée européenne Verts/ALE a déclaré: 

"Le  vote d'aujourd'hui est un coup dur pour tous ceux qui souhaitent améliorer la stabilité du système financier et un cadeau pour le lobby financier. Nous espérons que le Conseil ne suivra pas une voie analogue.

Les instances internationales compétentes en la matière dont le Conseil de stabilité financière (CSF) et le Comité européen du risque systémique (CERS) avaient pourtant recommandé la suppression progressive de certains de ces fonds (les Fonds monétaires à valeur liquidative constante – CNAV) car ils génèrent des risques systémiques. Ces fonds fonctionnent comme les caisses d'épargne et il est donc nécessaire qu'ils soient soumis à un niveau de réglementation équivalent à celui du système bancaire classique. 

Malheureusement, ce vote devrait leur permettre d'éviter toujours plus une réglementation efficace. La proposition de la Commission visant à introduire une obligation de réserve de valeur liquidative (capital buffer) de 3% pour ces fonds, similaire aux normes bancaires - était déjà plus faible que la suppression progressive des CNAV. Les députés ont aujourd’hui supprimé cette obligation de réserve à la suite intense lobbying de l'industrie tout en prévoyant une clause transitoire somme toute trop longue (5 ans) pour une des trois catégories de fonds nouvellement créé et dont les contours restent imprécis. Pour les deux autres catégories, cette clause n'est même pas à l'ordre du jour. 

Il est également regrettable qu'un amendement vert prévoyant des règles de rémunération des managers des fonds monétaires équivalentes aux règles bancaires telles que récemment adoptées à notre instigation aient été rejetées avec l'aide du groupe socialiste.  

À la fin 2015, le CSF, dans la ligne de l'agenda du G20 procédera à un examen en détails les progrès dans la réglementation du shadow banking. Si la position du PE devenait à terme législation européenne, l'UE ne serait pas en mesure de répondre aux exigences internationales et mettrait de fait sa crédibilité en jeu. C'est pourquoi il est indispensable que le vote en plénière permette au Parlement d'améliorer substantiellement le texte avant d'entamer des négociations avec le Conseil."

Geldmarktfonds

Schattenbanken dürfen jubeln


Am heutigen Donnerstag hat der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments über die Regulierung von Geldmarktfonds abgestimmt. Auf dem G20 Gipfel in St. Petersburg 2013 hatten sich die Staats- und Regierungschefs klar für eine umfassende Regulierung von Schattenbanken ausgesprochen. Im Gegensatz zu normalen Banken unterliegen Geldmarktfonds bis dato keiner adäquaten Regulierung und werden zurecht als Schattenbanken bezeichnet. 

Der Markt für Geldmarktfonds innerhalb der EU ist etwa 1 Billion Euro groß. Einige Geldmarktfonds, sogenannte Constant Net Asset Value Money Market Funds (CNAV), versprechen ihren Investoren die Zahlung eines festen Rückzahlungswerts und agieren somit wie eine im Einlagengeschäft tätige Bank. Da in der Finanzkrise Notverkäufe von CNAV-Geldmarktfonds den Kursverfall vieler Staatsanleihen beschleunigt hatten, haben der Finanzstabilitätsrat (FSB) und der Europäische Systemrisikorat (ESRB) konsequenterweise ein Ende dieser Fonds gefordert. Finanzmarktkommissar Michael Barnier blieb hinter den Empfehlungen von FSB und ESRB zurück und schlug anstatt eines vollständigen Austrocknens bankähnlicher CNAV-Geldmarktfonds vor, sie analog zu normalen Banken mit einem Mindestkapitalpuffer von drei Prozent zu belegen. Der neue Britische Finanzmarktkommissar Jonathan Hill verteidigte Barniers Vorschlag nicht mehr. Im Rat streiten Frankreich und Deutschland mit Großbritannien, Irland und Luxemburg um eine strikte Regulierung. Die Berichterstatterin des Europaparlaments, die britische Sozialdemokratin Neena Gill, legte einen nochmals abgeschwächten Kompromissentwurf vor, den die Grüne/EFA-Fraktion heute abgelehnt hat. Teile der deutschen Sozialdemokraten haben sich bei der Abstimmung enthalten.

Den Ausgang der Abstimmung kommentiert Sven Giegold, finanz- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament:

“Mit dem heutigen Abstimmungsergebnis wurde der ohnehin abgeschwächte Vorschlag der EU-Kommission noch weiter verwässert. Die Fraktionen von S&D, EPP, ALDE und ECR sind vor der Schattenbank-Lobby eingeknickt und haben sogar die Forderung eines Mindestkapitalpuffers von drei Prozent kassiert. Die Forderung der Grüne/EFA-Fraktion nach einem vollständigen Austrocknen bankähnlicher CNAV-Geldmarktfonds entsprechend den Empfehlungen von FSB und ESRB wurde brüsk übergangen. Das bedeutet, dass das Risiko von Schattenbanken für die Europäische Finanzmarktstabilität nicht gebannt ist. Denn in der Finanzkrise haben Notverkäufe eben dieser Geldmarktfonds den Kursverfall vieler Staatsanleihen beschleunigt. Schattenbanken können im Grunde weiter wüten wie noch vor der Finanzkrise.

Lediglich eine besondere Kategorie von Geldmarktfonds, sogenannte Low Volatility Net Asset Value (LVNAV) Geldmarktfonds, soll nach einer unambitionierten Übergangsfrist von fünf Jahren ihre Geschäfte einstellen. Das sind noch einmal drei Jahre länger als in den USA und daher  völlig inakzeptabel. Der Vorschlag der Grüne/EFA-Fraktion zur Beschränkung von Gehältern von Schattenbanken analog zu gewöhnlichen Banken fand ebenfalls keine Unterstützung.

Wenn ein Geldmarktfonds seinen Investoren die Zahlung eines festen Rückzahlungswerts garantiert, muss er sich denselben Regelungen wie ein Einlageninstitut unterwerfen oder vom Markt verschwinden. Alles andere ist unfairer Wettbewerb und untergräbt die Finanzmarktstabilität. Schattenbanken dürfen bei vergleichbaren Produkten nicht laxer reguliert werden als Banken. Entsprechend ihren Verpflichtungen vom G20 Gipfel in St. Petersburg 2013 verlangen Deutschland und Frankreich eine strikte Regulierung. Sollen zukünftige Krisen vermieden werden, müssen ihnen im Rat weitere Länder folgen.

Nach der Finanzkrise hat das Europäische Parlament gegen große Widerstände der Finanzindustrie umfassende Regulierungsvorhaben im Bankensektor durchgesetzt. Die strenge  Regulierung von Banken hat dazu geführt, dass immer mehr Finanzdienstleister in den rechtsfreien Raum der Schattenbanken drängen. Ohne eine dem Bankensektor vergleichbare Regulierung von Schattenbanken wird es keine Finanzstabilität geben. Die große Koalition im Europäischen Parlament ignoriert dies schlicht und konterkariert damit die bisherigen Regulierungserfolge. Die Schattenbankenlobby darf jubeln. Wir können nur hoffen, dass das Plenum des Europaparlaments dieses schlechte Abstimmungsergebnis des Wirtschaftsausschusses korrigiert.”