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Syngenta, Lies & Pesticides

The 10 Syngenta Lies on bees and neonicotinoids


Agro-chemical multinational Syngenta, earning billions of euro a year selling "plant protection products" and seed coating products, notably with neonicotionoids, one of the most used types of pesticides, recently launched a multi-million euro lobbying campaign across Europe, to stop European authorities from taking action to lower the use of these chemicals. At the end of January the European Commission (EC) announced a two-year ban on three neonicotionoids because of their influence on the mortality of bees. Since the introduction of these systemic insecticides, two decades ago, deaths and disappearances amongst bee colonies in the US and Europe have reached such epidemic proportions that the term ‘Colony Collapse Disorder’ (CCD) came into use [1]. Some beekeepers in the US will even apply for disaster relief from the US Department of Agriculture (USDA) [2]. On 16th January 2013, the European Food Safety Authority (EFSA) published three reports on the toxicity risk to bees and other pollinator species of three neonicotinoid insecticides: clothianidin [3] and imidacloprid [4] by Bayer and thiamethoxam [5] by Syngenta. EFSA's conclusions are quite clear: these neonicotinoids pose a high risk to bees, either by the presence of these insecticides in nectar and pollen, by the dust produced when sowing coated seeds or by toxic exudates produced by treated plants. EFSA recommended that the three "highly toxic" actives in question be subjected to a much more rigorous regulatory assessment. Although banning the use of neonicotinoid pesticides on only honeybee-attractive crops would be a good step forward, this would certainly not solve the problem of the loss of pollinators. No one is denying that other factors like diseases (bacterial, viral, parasitic, etc) and intensive monoculture agriculture, also play a huge role in CCD. But Syngenta, who sell one of these products (thiametoxam, sold under the name Cruiser), simply denies that their products have anything to do with bee mortality. Syngenta and others have also put strong legal pressure on the EC not to proceed with these policy measures. Nevertheless, the EC has recently proposed to suspend the use of these three substances on crops attractive to bees, namely sunflowers, oil seed rape, maize and cotton, across the EU, as a precautionary measure starting no later than 31st July 2013, for a period of two years. There is more than enough scientific evidence that neonicotinoids are indeed one of the factors in the decline of bee colonies and biodiversity in general. Syngenta is simply denying this. Although policy makers can't combat for example climate change or other contributing factors in the short term, what they can do is halt the widespread use of these specific pesticides: this is currently the most practical and effective policy measure that politicians can take. In fact the EC's proposal is a bare minimum: after a two-year ban of the three specific pesticides, bee populations will not have recovered sufficiently. This is because of the persistence of the chemicals in the agro-ecosystems and the continued medium-term exposure of non-target insects such as bees to the chemicals: this is why only a full ban makes sense eco-toxicologically. Anything less than a full ban, could lead to pesticide manufacturers again claiming that the use of neonicotinoids is not at all related to bee mortality. With a special website [6] and full page adverts in major European newspapers, Syngenta claims that this ban on three neonicotinoids, is based on flawed science and emotional humbug. What Syngenta is trying to do is deliberately spread uncertainty amongst policy makers and politicians. By spreading uncertainty via apparently "science based" arguments, the agro-chemical companies are acting as "merchants of doubt" [7] and thus blocking effective action by the EU. According to Syngenta (and the 'big six' of agrochemical companies) - the proposed ban on three neonicotinoids would lead to massive losses in agribusiness, and will not help bees to survive. This is why we want to dismantle the most important of their so-called "scientific claims" that are in fact based on lies, to protect corporate profits. 

Syngenta, Lügen & Pestizide

Syngenta - 10 Lügen über Bienen und Neonikotinoide


Schlussfolgerungen

Wir sind der Meinung, dass dieser Vorschlag längst überfällig war, um das Überleben der Bienen und anderer Bestäuber zu sichern, die solch lebenswichtige Dienste leisten und maßgeblich dazu beitragen, unsere Nahrungsversorgung in ihrer Fülle und Vielfalt zu gewährleisten: insofern stellt dieser Vorschlag zwar eine notwendige Vorsichtsmaßnahme dar, allerdings nicht mehr als eine Mindestlösung. Wir sind der Auffassung, dass wir als Politiker die Pflicht haben zu schützen, und meinen daher, dass die Zulassung dieser Produkte endgültig aufgehoben werden muss. Der Vorschlag der Kommission geht nicht weit genug. Wir brauchen ein vollständiges Verbot - und kein Teilverbot. Warum?

  • die hohe PERSISTENZ der Substanzen in der Umwelt. Wenn auf einem Acker in einem Jahr gebeiztes Getreidesaatgut ausgebracht wird, und in den Folgejahren Pflanzen angebaut werden, die Bienen anziehen, lassen sich auch in den Folgejahren noch Neonikotinoide im Nektar nachweisen (über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren, laut Bonmatin et al. 2005) [24].
  • Die beim Aussäen von gebeiztem Saatgut entstehenden Stäube kontaminieren auch die Pflanzen und Böden der angrenzenden Felder, die selbst nicht direkt behandelt wurden. [25]
  • Der Wirkstoff, mit der der Samen gebeizt wird, wird von den Pflanzen nur teilweise absorbiert (20 %), der Rest dringt in den Boden, in das Grundwasser und in das Oberflächenwasser ein, und kontaminiert so die gesamte Umwelt.
  • Neonikotinoide wurden auch in Pflanzen, die von Bienen besucht werden nachgewiesen, die auf den Ackerrandstreifen wachsen, und die entweder über Staubverwehungen oder über das Bodenwasser kontaminiert wurden. [26]
  • Auch Getreidepflanzen ziehen zum Teil Bienen an, indem sie Honigtau (Ausscheidungen von Schädlingen wie Blattläusen) produzieren. Damit ist eine Einschränkung des Einsatzes der Wirkstoffe auf Pflanzen, die keine Bienen anziehen, sowie auf Wintergetreide ökotoxikologisch sinnlos.
  • Subletale  Mengen sind insofern relevant, als sie in Ackerrandstreifen oder als Rückstände früherer Pestizid-Einsätzen vorkommen können. So wird während der Aufbringung die gesamte Umgebung damit kontaminiert, zum Beispiel werden die sich auf den Feldern bildenden Pfützen und Ansammlungen von Oberflächenwasser kontaminiert, die von den Insekten genutzt werden.
  • Die Bienen werden diesen Wirkstoffen [bei einem Teilverbot] folglich weiterhin ausgesetzt sein, das heißt, wir werden auch weiterhin einen Rückgang der Bienenzahlen zu verzeichnen haben, da die Bienen weiter sterben werden. Die agrochemischen Konzerne aber werden dies wiederum als Beleg dafür anführen, dass ihre Chemikalien für das Bienensterben nicht verantwortlich sind - und so kann nach Ablauf des geplanten Zwei-Jahres-Zeitraums dieses ineffektive Verbot dann auch wieder aufgehoben werden.
  • Eine angemessene „Auslaufphase“, während der professionelle Nutzer und Lieferanten die bestehenden Vorräte an verbotenen neonicotinoiden Insektiziden noch aufbrauchen bzw. in Umlauf bringen könnte, könnte sich über Jahre hin ziehen! Vielleicht werden derzeit ja schon fleißig Vorräte angelegt. Wer aber soll das überwachen?

Allgemeine Ökotoxikologie

  • Nebenwirkungen auf andere Nichtzielarten und die breiteren ökotoxikologischen Auswirkungen: Zweifelsohne gibt es Auswirkungen auf andere Nichtzielarten, da es sich hier um systemische Nervengifte handelt, die auf Wirbellose wirken (die EFSA hat ausschließlich die Auswirkungen auf Honigbienen untersucht). Was ist mit den Auswirkungen der Neurotoxine auf alle wirbellosen Tierarten, also auch auf die wirbellosen Wassertiere, und insbesondere auf die Arten in den Zuwanderungshabitaten, in denen die Präparate sich ablagern? Die ökotoxikologischen Auswirkungen und die Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette sind enorm. [27]
  • Alle Arten von Neonikotinoiden sind hochgiftig für die im Wasser lebenden Larven mehrerer wichtiger Insektengruppen. [28, 29]
  • Derzeit werden die Rückstände von Neonicotinoiden im Boden und im Wasser nirgends durch regelmäßige Messungen erfasst – weder im Vereinigten Königreich noch in Europa (und auch nicht global).
  • Fische, Amphibien (23 % der vom Aussterben bedrohten Arten allein in der EU, mit vergleichbaren Werten für den weltweiten Bestand) Weichtiere (44 % der Süßwasserarten und 20 % der auf dem Festland lebenden Arten in der EU, ähnliche Werte weltweit) wurden nie getestet.
  • Seit 2001 wird in zahlreichen Berichten aus Kanada, den USA und Lateinamerika auf Zusammenhänge zwischen dem Einsatz von Pestiziden und dem Auftreten bestimmter Krebserkrankungen, insbesondere von Erkrankungen der folgenden Organe hingewiesen: Hirn, Prostata, Niere, Non-Hodgkin-Lymphome, Leukämie, Knochenmarkserkrankungen, Brust- und Hodenkrebs, Magen und Pankreas. In einem 2011 veröffentlichten US-amerikanischen Bericht über die besondere Belastung von Landarbeiterkindern heißt es: „In einem zunehmend umfangreichen Bestand an Forschungsmaterial wird der Einsatz von Pestiziden mit dem Auftreten von schweren Krankheiten, insbesondere bei Kindern, in Verbindung gebracht. Zu den in diesem Zusammenhang erwähnten Geburtsfehlern zählen insbesondere Neuralrohrdefekte und angeborene Fehlbildungen des männlichen Urogenitaltrakts durch endokrin wirksame Herbizide, Fehlbildungen der Gliedmaßen, neurologische Verhaltensstörungen, ADHS/ ADH/ Autismus/ Asperger-Syndrom, chronische Atemwegserkrankungen, atopisches Asthma und Krebs. Für all diese Erkrankungen wurde in wissenschaftlichen Studien ein Zusammenhang mit der Pestizidbelastung von Kindern nachgewiesen. Zu den Krebserkrankungen bei Kindern gehören insbesondere Leukämie, Lymphome, Hirntumor und das Ewing-Sarkom. Diese können durch vor- oder nachgeburtliche, indirekte oder direkte Exposition verursacht werden”.

All we are saying, is give bees a chance!

 

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References

[1] Rosemary Mason R., Tennekes H., Sánchez-Bayo F., Jepsen P.U. (in press) Immune Suppression by Neonicotinoid Insecticides at the Root of Global Wildlife Declines
[2 ] Claire Thompson for Grist January 12th 2012. http://www.guardian.co.uk/environment/2012/jan/13/honeybee-problem-critical-point
[3] http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/3066.htm
[4]
http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/3067.htm
[5]
http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/3068.htm
[6 ] http://
www.plightofthebees.com
[7]
www.merchantsofdoubt.org                                                                                                                                                         
[8] http://www.eea.europa.eu/publications/late-lessons-2 , see part B Section 16
[9] Communication from the Commission to the European Parliament and the Council on Honeybee Health COM(2010) 714 final: http://ec.europa.eu/food/animal/liveanimals/bees/docs/honeybee_health_communication_en.pdf
[10] http://www.reterurale.it/downloads/APENET_2010_Report_EN%206_11.pdf
[11] A Common Pesticide Decreases Foraging Success and Survival in Honey Bees. Mickaël Henry et al.,
http://www.sciencemag.org/content/early/2012/03/28/science.1215025.full.pdf Science 1215025. Published online 29 March 2012.
[12] Neonicotinoid Pesticide Reduces Bumble Bee Colony Growth and Queen. Production. Science, Penelope R. Whitehorn et al., http://www.sciencemag.org/content/early/2012/03/28/science.1215025.full.pdf. Science 1215025. Published online 29 March 2012.
[ 13] Schneider C. W., Tautz J., Grünewald B., Fuchs S. (2012). RFID tracking of sublethal effects of two neonicotinoid insecticides on the foraging behavior of Apis mellifera. PLoS ONE 7, e30023.
[14] Krupke CH, Hunt GJ, Eitzer BD, et al. Multiple routes of exposure for honey bees living near agricultural fields. PLoS One 2012; 7(1):e29268.
[15] Ombudsman investigates whether the Commission should do more to combat increased bee mortality. European Ombudsman 2012. http://www.ombudsman.europa.eu/en/press/release.faces/en/11428/html.bookmark
[16] Bonmatin JM, Marchand PA, Cotte JF, Aajoud A, Casabianca H., Goutailler G, Courtiade M (2007). Bees and systemic insecticides (imidacloprid, fipronil) in pollen: subnano-quantification by HPLC/MS/MS and GC/MS. Environmental fate and ecological effects of pesticides, Re, A.A.M.d. et al., editors, 827-834, 978-8-87830-473-4.
[17 ] Girolami, V.; Mazzon, L.; Squartini, A.; Mori, N.; Marzaro, M.; Di Bernardo, A.; Greatti, M.; Giorio, C. & Tapparo, A., 2009. Translocation of neonicotinoid insecticides from coated seeds to seedling guttation drops: a novel way of intoxication for bees. Journal of economic entomology. 102(5):1808-15.
[18 ] Kimura-Kuroda J, Komuta Y, Kuroda Y, Hayashi M, Kawano H (2012) Nicotine-Like Effects of the Neonicotinoid Insecticides Acetamiprid and Imidacloprid on Cerebellar Neurons from Neonatal Rats. PLoS ONE 7(2): e32432. doi:10.1371/journal.pone.0032432
[19] Sánchez-Bayo F, Tennekes HA, Goka K (2013) Impact of Systemic Insecticides on Organisms and Ecosystems
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Mullin, C. A., Frazier, M., Frazier, J. L., Ashcraft, S., Simonds, R., D.v, E., & Pettis, J. S. (2010). High levels of miticides and agrochemicals in North American apiaries: implications for honey bee health. PLoS One, 5(3), e9754.
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Held, D. W., & Parker, S. (2011). Efficacy of soil applied neonicotinoid insecticides against the azalea lace bug, Stephanitis pyrioides, in the landscape. Florida Entomol.,94(3), 599-607.
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Tapparo A., Giorio C, Marzaro M., Marton D, Solda L, Girolami V (2011) Rapid analysis of neonicotinoid insecticides in guttation drops of corn [maize] seedlings obtained from coated seeds. J. Environ. Monit., 13(6), 1564-1568
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Fischer D, Moriarty T. Pesticide risk assessment for pollinators: executive summary of a setac pellston workshop. Society of Environmental Toxicology and Chemistry, Australia on Sep 15, 2011. http://www.setac.org/sites/default/files/executivesummary pollinators_20sep2011.pdf
[20 ] Gallai, N.; Salles, J.; Settele, J. & Vaissiere, B., 2009. Economic valuation of the vulnerability of world agriculture confronted with pollination decline. Ecological Economics. 68: 810-821.
[21] European Biodiversity Strategy - http://ec.europa.eu/environment/nature/info/pubs/docs/brochures/2020%20Biod%20brochure20final%20lowres.pdf
[22] Garibaldi, L.A., Marcelo, A.A., Klein, A.M., Cunningham, S.A., & Harder, L.D. (2011). Global growth and stability of agricultural yield decrease with pollinator dependence. Proceedings of the National Academy of Sciences. 108(4):5909-5914.
[23] PAN-Europe opinion on the Humboldt report on “The value of Neonikotinoide seed treatment in the European Union”. www.pan-europa.info
[24] Bonmatin JM, Marchand PA ,Charvet R, Moineau I, Bengsch ER, Colin ME (2005) Quantification of Imidacloprid Uptake in Maize Crops , J. Agric. Food Chem. 2005, 53, 5336-5341 - www.researchgate.net/publication/.../9fcfd50636a6a27482.pdf
[25] Sgolastra F.Renzi T.Draghetti S.Medrzycki P.Lodesani M.Maini S.Porrini C. (2012) Effects of neonicotinoid dust from maize seed-dressing on honey bees. Bulletin of Insectology (65), pp. 273-280
[26] Krupke CH, Hunt GJ, Eitzer BD, Andino G, Given K (2012) Multiple Routes of Pesticide Exposure for Honey Bees Living Near Agricultural Fields. PLoS ONE 7(1): e29268. doi:10.1371/journal.pone.0029268
[27] Sánchez-Bayo F, Tennekes HA, Goka K (2013) Impact of Systemic Insecticides on Organisms and Ecosystems
http://cdn.intechopen.com/pdfs/40497/InTech-Impact_of_systemic_insecticides_on_organisms_and_ecosystems.pdf
[28] Jinguji H., Thuyet D.Q., Uéda T., Watanabe H. (2013) Effect of imidacloprid and fipronil pesticide application on Sympetrum infuscatum (Libellulidae: Odonata) larvae and adults. Paddy and Water Environment January 2013, Volume 11, Issue 1-4, pp 277-284
 Van Dijk T. (2010) Effects of neonicotinoid pesticide pollution of Dutch surface water on non-target species abundance. MSc Thesis
[29] http://edepot.wur.nl/15512


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