Press release


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Ukraine

The West must not remain a spectator of political show trials


In view of the now official new allegations against Julia Tymoshenko and the declaration of the Ukrainian Prosecutor General's Office, the judgment of the European Court of Human Rights can under no circumstances lead to release for the former Interior Minister Yuri Lutsenko, currently in prison and suffering from life-threatening illness. Rebecca Harms, Co-President of the Greens/EFA group in the European Parliament, and Werner Schulz, Green member of the Foreign Affairs Committee, call on the European Commission to issue an immediate reaction and come to a rapid decision on sanctions against the government of Ukraine.

"After prominent EU leaders made headlines through the Euro 2012, with a more or less symbolic boycott of the football matches, they are currently relegated to being passive viewers of politically tainted justice. The new charges that have been brought against Tymoshenko, the ruthlessness towards the terminally-ill Yuri Lutsenko and the way in which the Ukrainian Prosecutor General's Office reacted to the judgment from Strasbourg, must have consequences. President Yanukovych and the Azarov government's strategy of dealing with political rivals by arresting and imposing long prison sentences on important opposition politicians must not be tolerated. Should this continue, the next parliamentary elections should not be accepted as being free and democratic. The international agreements currently under discussion with the WTO and the EU must be frozen. Other possible sanctions include measures such as travel bans on those who seek to undermine Ukraine's democratic development for their own political benefit.

The EU must also be forthright in demanding immediate clarification regarding the circumstances in which the environmentalist Vladimir Gonscharenko died. The information available so far suggests that he died from the effects of a brutal attack."

Ukraine

Der Westen darf nicht Zuschauer bei politischen Schauprozessen bleiben


Anlässlich der nun auch offiziell erhobenen neuen Anschuldigungen gegen Julia Timoschenko und nach der Erklärung der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft, das Urteil des europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte werde auf keinen Fall zu einer Haftentlassung für den ehemaligen und in der Haft lebensbedrohlich erkrankten ehemaligen Innenminister Juri Luzenko führen, fordert Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, und Werner Schulz, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, eine sofortige Reaktion und eine rasche Entscheidung über Sanktionen gegen die Regierung der Ukraine durch die Europäische Kommission.

"Nachdem prominente EU-Staats- und Regierungschefs anlässlich der Euro 2012 Schlagzeilen mit einem mehr oder weniger symbolischen Boykott der Fußballspiele gemacht haben, werden sie nun allesamt zu Zuschauern einer politischen Justiz. Die neu erhobenen Anklagen gegen Timoschenko, die Gnadenlosigkeit gegenüber dem todkranken Juri Luzenko und der Ton, mit dem die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft auf das Urteil aus Strassburg reagiert, müssen Folgen haben. Die Strategie von Präsident Janukowitsch und der Regierung Asarow, wichtige Politiker der Opposition durch Verurteilung und langjährige Gefängnisstrafen als politische Konkurrenten auszuschalten, darf nicht toleriert werden. Sollte es dabei bleiben, kann die kommende Parlamentswahl nicht als frei und demokratisch anerkannt werden. Die vorbereiteten internationalen Abkommen mit WTO und EU müssen eingefroren werden. Zu prüfen sind auch Maßnahmen wie Einreiseverbote für diejenigen, die zugunsten ihrer politischen Interessen versuchen, die demokratische Entwicklung der Ukraine anzuhalten.

Die EU muss außerdem sofort bezüglich der Aufklärung der Umstände unter denen der Umweltschützer Wladimir Gonscharenko zu Tode gekommen ist aktiv werden. Die bisherigen Veröffentlichungen deuten darauf hin, dass er an den Folgen eines brutalen Überfalls gestorben ist."