EU-Kommissionsvorschlag - Übersicht über Risiken ist gut, klarer Plan wäre besser
Klimaresilienz & Risikomanagement
Die Grünen/EFA sehen beim heute (Dienstag, 27. Oktober) von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen so genannten integrierten Rahmen für Klimaresilienz und Risikomanagement Luft nach oben. Ziel ist es, die EU-Mitgliedstaaten dabei zu unterstützen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen und angemessen zu reagieren. Der Hitzesommer mit geschätzten 50.000 Toten in der EU hat zum wiederholten Mal deutlich gemacht, wie dringend Anpassung an und Vorbereitung auf die katastrophalen Folgen der Erderhitzung sind und wie dringend sich die Welt von Kohle, Öl und Gas verabschieden muss.
Kai Tegethoff, Volt-Mitglied in der Grünen/EFA-Fraktion und Mitglied der offiziellen COP31-Delegation des Europäischen Parlaments, fordert, die Vorbereitung auf Klimaschäden systematisch im EU-Haushalt zu verankern:
„Es ist richtig, Risiken für Klimaschäden je nach Region zu bewerten. Eine Risikokarte ist jedoch noch lange kein Risikoplan. Es besteht die Gefahr, genau Bescheid zu wissen über unsere Gefährdungen und gleichzeitig die Hände in den Schoß zu legen. Europa braucht verbindliche Resilienz-Vorgaben sowie klare, messbare Ziele für die am stärksten gefährdeten Bereiche. Die Bestandsaufnahme muss in tatsächliches Handeln übersetzt werden.
Brücken, die wir heute bauen, sollten auch in hundert Jahren noch stehen. Neue Bahnstrecken dürfen nicht Überschwemmungen zum Opfer fallen. Künftige Klimarisiken gehören in alle Bauprojekte und in die Stadtentwicklung und ganz generell überall dorthin, wo Brüssel in physische Infrastruktur investiert. Die europäische Infrastruktur muss zukunftsfest gemacht werden.“
Michael Bloss, stellvertretendes Grünen/EFA-Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments und vor Ort auf der Weltklimakonferenz COP31 im türkischen Antalya, fordert verbindlichen Ausstiegsplan aus Kohle, Öl und Gas:
„Für Ärztinnen und Ärzte, Pflegende, Feuerwehrleute, alte und junge Menschen stellt die Klimakrise schon heute eine kaum zu bewältigende Herausforderung dar. Die Europäische Union braucht einen echten Plan, um ihre Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Das, was jetzt auf dem Tisch liegt, reicht bei Weitem nicht aus. Mehr als 50.000 Hitzetote allein in Europa schreien nach konkreten Maßnahmen, sich an die Klimakrise anzupassen.
Die Europäische Union muss ihrer Verpflichtung nachkommen und einen verbindlichen Ausstiegsplan aus Kohle, Öl und Gas vorlegen. Die ganze Welt ächzt unter den durch die Erderhitzung verursachten Waldbränden, Dürren und Überschwemmungen. Jetzt zählt jedes Zehntelgrad, um die Klimakatastrophe aufzuhalten.“
Grünen/EFA-MdEPs vor Ort auf der Klimakonferenz in Antalya:
Vom 9. bis zum 20. November findet die COP31 im türkischen Antalya statt. Im Zeitraum vom 15. bis zum 20. November werden die Grünen/EFA-Mitglieder Kai Tegethoff und Pär Holmgren als Mitglieder der offiziellen Delegation des Europäischen Parlaments an der Weltklimakonferenz teilnehmen. Michael Bloss, Sara Matthieu und Ufuk Kahya werden ebenfalls vor Ort sein.


