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Landjäger : Europas Äcker im Ausverkauf


Wir müssen in Europa wieder auf den Boden der Tatsachen kommen. Die Landwirtschaft verliert ihre Bäuerinnen und Bauern. Das Modell der bäuerlichen europäischen Landwirtschaft steht infrage. Es gibt einen schleichenden Prozess der Landkonzentration, der die bäuerliche Landwirtschaft und damit die Zukunft einer vielfältigen und nachhaltigen Bewirtschaftung unseres Landes untergräbt. Bäuerinnen und Bauern verlieren zunehmend den Boden, auf dem sie wirtschaften, unter ihren Füßen.

Moderne Landjäger, oft Kapitalgesellschaften, kaufen Land und wetten auf die zukünftige Teuerung von Lebensmitteln und Rohstoffen. Bedrohlich ist bei diesem Prozess, dass er in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird und es auch kaum verlässliche Daten über diese Veränderungen gibt. Das muss sich dringend ändern.

Landübernahmen sehen in Europa anders aus als etwa in Afrika.  Landkonzentration geht in der EU in der Regel legal über die Bühne. Aber es gibt große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten in der Verteilung von und dem Zugang zu Land. Wer als Bauer überleben will, muss heute fast überall weiter wachsen und dafür an das nötige Land herankommen. Wer neu in die Landwirtschaft einsteigen will, hat kaum noch eine Chance, wenn er nicht von den Eltern erbt. Land ist zunehmend Anlage und Spekulationsobjekt geworden und nicht mehr in erster Linie Grundlage bäuerlicher Bewirtschaftung.

Gleichzeitig weitet sich die agrarindu - strielle Erzeugung in immer größeren landwirtschaftlichen Strukturen aus. Das bedroht die Artenvielfalt, das Grundwasser, unsere ländlichen sozialen Strukturen und die Qualität der Lebensmittel.

Land, Grünland und Ackerboden sind keine Handelsware, sondern bäuerliche Lebensgrundlage. Verantwortliches Handeln heißt, achtsam mit dem Boden umzugehen, die Bodenfruchtbarkeit zu steigern und einen gerechten Zugang zu Boden für die Menschen, die auf ihm leben, zu sichern. Die Landverteilung und der Zugang zu Land sind deshalb gesellschaftspolitische Fragen, die in demokratische Entscheidungsprozesse gehören, nicht an die Börse. Boden ist keine beliebige Ware!

Mit der vorliegenden Studie haben wir uns bemüht, die aktuellen Entwicklungen der neuen Jagd auf Land in Europa beispielhaft an einigen Ländern darzustellen. Wir haben auch mögliche Handlungsansätze zusammengetragen.

Ich möchte mit dieser Arbeit aufrütteln und ein Umdenken über unser Land anstoßen, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.

Maria Heubuch


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