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Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik

Dies ist nicht die Zeit, Zurückhaltung zu üben!


Dreißig Jahre nach der Schaffung der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) befindet sich die Fischerei in der EU in einem beklagenswerten Zustand: Die Bestände sind erschöpft, die Branche schwebt zwischen Krise und Katastrophe und die Küstenregionen erleben schon seit langem einen Abstieg. Diese Tendenzen waren bereits vor der Einführung der GFP 1982 erkennbar, mit der jedoch die Lage nicht verbessert werden konnte.

Mit der Reform der GFP müssen diese Probleme dringend gelöst werden, denn angesichts der wichtigen Rolle, die Europa weltweit im Bereich Fischerei spielt, ist die Reform der europäischen Fischereipolitik von globaler Bedeutung. Überfischung hat in den europäischen Gewässern zur Erschöpfung der Bestände geführt, so dass immer mehr Fisch von außerhalb der EU eingeführt werden muss, um die riesige Nachfrage zu befriedigen: Mehr als 60 % des in Europa konsumierten Fisches wird importiert oder von europäischen Fischereifahrzeugen in weit entfernten Gewässern gefangen.

Doch auch die Bestände in den nichteuropäischen Gewässern sind erschöpft, so dass es immer weniger „weit entfernte Gewässer” gibt, in denen Fisch gefangen werden kann. Dies führt in vielen Regionen, vor allem in Teilen Afrikas und Asiens, wo örtliche Fischer zunehmend Schwierigkeiten damit haben, ihre Märkte vor Ort ausreichend zu beliefern, zu einer gravierenden Verschlechterung der Ernährungssicherheit. Die Bestandserschöpfung führt außerdem zu einer Verarmung der Nahrungsnetze, die umfassendere ökologische Probleme nach sich zieht, wie etwa Algen- und Quallenblüten und plötzliche Veränderungen in der Artenzusammensetzungen, d.h. das „Kippen” von Ökosystemen. Wenn sie über eine geringere biologische Vielfalt verfügen, sind die Weltmeere weniger gut imstande, die Folgen anderer Umweltprobleme, wie etwa des Klimawandels und der Versauerung der Meere, auszugleichen. Es steht viel auf dem Spiel.

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