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Bericht zu Menschenhandel

Menschenhandel degradiert Menschen zur Ware


Moderne Sklaverei, sexuelle Ausbeutung, Rekrutierung von Kindersoldaten – der Menschenhandel hat zahlreiche Gesichter. Wie viele Menschen Opfer dieses Verbrechens werden, lässt sich nicht eindeutig sagen. Klar aber ist: Nach UN-Angaben sind 70 Prozent aller registrierten Opfer von Menschenhandel Frauen, sie leiden in erster Linie unter sexueller Ausbeutung. Der Global Slavery Index geht davon aus, dass 45,8 Millionen Menschen unter Bedingungen der Sklaverei leben.

„Menschenhandel ist ein abscheuliches Verbrechen, weil er Menschen zur Ware degradiert“, resümiert Barbara Lochbihler, menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament und Vizepräsidentin des Menschenrechtsausschusses. Sie hat für das Europäische Parlament einen Bericht zum Kampf gegen den Menschenhandel in den EU-Außenbeziehungen verfasst, über den am 5. Juli in Straßburg abgestimmt wurde.

Darin fordert sie, den Opferschutz in den Mittelpunkt zu stellen. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Betroffenen nicht erneut ausgebeutet, einer weiteren Traumatisierung ausgesetzt oder für eine Tat kriminalisiert werden, die sie im Rahmen der Ausbeutung begangen haben“, erklärt Barbara Lochbihler. Um die Verantwortlichen dieser Verbrechen zur Rechenschaft ziehen zu können, müssten die von Menschenhandel Betroffenen unter sicheren Bedingungen leben können, stellt sie klar: „Wer Abschiebung und Gefängnis befürchten muss, wird nie gegen seine Peiniger aussagen. Außerdem sollten Unterstützungsmaßnahmen für Opfer von Menschenhandel, unabhängig von ihrer Bereitschaft, an einem Strafprozess teilzunehmen, gewährleistet werden.“

Zudem macht sich Barbara Lochbihler dafür stark, den Fluss illegalen Geldes zu unterbrechen. Um Geldwäsche zu verhindern, müssten Banken und Unternehmen besser kontrolliert werden. Die Politikerin möchte auch EU-Firmen zur Verantwortung ziehen, die von Zwangsarbeit profitieren.

Auch wenn Flüchtlinge auf kriminelle Banden angewiesen sind, muss eine deutliche Trennung zwischen Menschenschmuggel und Menschenhandel gezogen werden. Vor allem entwurzelte Menschen werden leicht zur Beute für Menschenhändler. Das betrifft Flüchtlinge und besonders Minderjährige. Kinder gelten grundsätzlich als besonders gefährdet. „Deshalb braucht es für Grenzbeamte und Polizisten Trainingsmaßnahmen zur Identifizierung von Opfern“, fordert Barbara Lochbihler.

 


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