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Wer abhängig ist, zahlt.

Wie viele Weckrufe braucht Europa?


Zur europäischen Rohstoffpolitik erklärt Reinhard Bütikofer, Berichterstatter des Europäischen Parlaments zu diesem Thema:

Einige Wochen lang wehte über Europa in Sachen "Seltene Erden" ein laues Lüftchen der Hoffnung. Seit Juli waren die Preise, die seit Jahresbeginn dramatisch gestiegen waren, wieder im Sinken. Doch bevor falscher Optimismus sich ausbreitet, kommt jetzt wieder eine schlechte Nachricht aus China. Chinas Staatskonzern „Inner Mongolia Baotou Steel Rare-Earth Group Hi-tech" - der weltgrößte Produzent von Seltenen Erden - hat entschieden, die Produktion fuer einen Monat still zu legen, um die Preise "zu stützen".

Wie viele Weckrufe braucht Europa? Fahrlässigkeit und industriepolitische Unentschlossenheit prägen Europas Rohstoffpolitik schon länger. Ein aktuelles Beispiel: Eine von der EU-Kommission vorgeschlagene
Europäische Innovationspartnerschaft für Rohstoffeffizienz wird seit
einem Jahr von der Bundesregierung gebremst, obwohl die deutschen

Koalitionsfraktionen in einem Bundestagsantrag diese Innovationspartnerschaft unterstützen. Europa muss seine Abhängigkeit bei den Seltenen Erden endlich ernsthaft angehen und Effizienz-, Recycling-, und Substitutionsstrategien entschieden vorantreiben. Diese strategische Abhängigkeit wird sonst noch sehr viel teurer werden. Mein Bericht zu Rohstoffen, der im Europäischen Parlament mit großer Mehrheit verabschiedet wurde, macht zahlreiche konkrete Vorschläge. Es liegt jetzt an der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten, diese aufzugreifen.