CC Heine Christiansen

Pressemitteilung


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Österreichische Regierung treibt Orbanisierung voran

Reform der österreichischen Umweltverträglichkeitsprüfung


Die österreichische Regierung will Umweltorganisationen vom Umweltverträglichkeitsprüfungen ausschließen. Über die Änderung des Gesetzes zur Umweltverträglichkeitsprüfung soll morgen (Donnerstag, 25. Oktober) im österreichischen Nationalrat abgestimmt werden. Die Änderungen zielen darauf ab, österreichische Umweltorganisationen von Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung auszuschließen, wenn sie weniger als 100 Mitglieder zählen. De facto würden viele Nichtregierungsorganisationen von Prüfverfahren für größere Bauprojekte wie im Straßenbau und in der Wasserwirtschaft sowie von Verfahren nach der Habitat- und der Wasserrahmenrichtlinie ausgeschlossen. Die Organisationen sollen außerdem Namen und Anschriften ihrer Mitglieder an das Umweltministerium weitergeben.

Ska Keller, Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, warnt vor einem EU-Vertragsverletzungsverfahren:

„Die österreichische Bundesregierung treibt die Orbanisierung Österreichs voran. Die Vorschläge richten sich klar gegen zivilgesellschaftliches Engagement und verstoßen gegen europäisches Datenschutzrecht und die europäische Richtlinie zur Umweltverträglichkeitsprüfung. Wenn die österreichische Bundesregierung den Angriff auf Umweltschutz und Bürgerrechte nicht zurücknimmt, muss die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten.“

Thomas Waitz, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion, fordert Umweltministerin Elisabeth Köstinger auf, ihre Verweigerungshaltung aufzugeben:

„Schwarz-Blau will Umweltorganisationen einen Maulkorb verpassen und die öffentliche Mitsprache zum Schweigen bringen. Weniger demokratische Beteiligung bedeutet mehr Umweltzerstörung. Umweltministerin Elisabeth Köstinger muss ihre Verweigerungshaltung aufgeben und das Gespräch mit den Umweltorganisationen suchen.“

Fragen von Thomas Waitz an die Europäische Kommission

Austrian government using Orban's playbook

Civil society space


The Austrian government wants to exclude environmental organisations from environmental impact assessments. The amendment to the Environmental Impact Assessment Act will be put to the vote tomorrow (Thursday, 25 October) in the Austrian National Council. The amendments aim to exclude Austrian environmental organisations if they have fewer than 100 members. Therefore, many non-governmental organisations would be excluded from environmental impact assessment procedures for major construction projects such as roads and water management, as well as from procedures under the Habitats and Water Framework Directives. The organisations would also be forced to pass the names and addresses of their members to the Ministry of the Environment.

Ska Keller, President of the Greens/EFA Group in the European Parliament, warns against EU infringement proceedings:

"The Austrian Federal Government is pushing ahead with the Orbanisation of Austria. The proposals are clearly directed against civil society participation and violate European data protection law as well as the European Directive on Environmental Impact Assessments. If the Austrian Federal Government does not withdraw this attack on environmental groups and civil rights, the EU Commission must initiate infringement proceedings".

Thomas Waitz, agricultural policy spokesman for the Greens/EFA Group:

"Schwarz-Blau wants to muzzle environmental organisations and silence public participation. Less democratic participation means more environmental destruction. Environment Minister Elisabeth Köstinger must change her attitude and seek dialogue with the environmental organisations".

Questions by Thomas Waitz to the European Commission