Pressemitteilung


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Atomenergie

Geleaktes Kommissionspapier enthüllt Pläne für massiven Ausbau der Atomenergie


Durch einen Leak ist heute der SET Plan der Europäischen Kommission, ein Papier zur Gestaltung der Atomwirtschaft, bekannt geworden. Das Dokument knüpft dabei an das PINC Papier (Community Nuclear Illustrative Programme) an, das die Kommission im März 2016 vorgelegt hat. Den heutigen Leak kommentiert Rebecca Harms, Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament:

"In der Europäischen Kommission werden bewusst und  systematisch die Kosten von Atomenergie geschönt. Einige Anhänger der Atomkraft setzen alles daran, diese Hochrisikotechnologie, die am Markt nicht überlebensfähig ist, weiter mit massiver finanzieller Unterstützung und Begünstigungen am Leben zu halten. Für Atomtechnik sollen sogar die europäischen Wettbewerbsregeln außer Kraft gesetzt werden.

Nach dem Vorstoß für Laufzeitenverlängerung bis zu 60 Jahre kommt aus den Tiefen der Generaldirektion Forschung nun auch noch die irre Idee, die Entwicklung dezentraler Mini-AKWs zu fördern. Dabei hat die EU schon nach Tschernobyl bei der Entwicklung des Europäischen Druckwassreaktors (EPR) auf das falsche Pferd gesetzt. Die Kostenexplosionen der Problembaustellen von Olkiluoto, Flamanville und jetzt von Hinkley Point zeigen das. Der französische Atomkonzern Areva ist mit dem EPR in den Ruin gegangen.

Die EU Kommission muss sich endlich entscheiden, Innovation und Nachhaltigkeit für die Europäische Energieunion in den Mittelpunkt zu rücken. Mit einer Offensive für Erneuerbare und Effizienz, unterstützt durch dringend notwendige Forschung zu Speicherung, können wir Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung verbinden und in vielen EU Ländern mehr Beschäftigung schaffen."

 

Die Grünen/EFA-Fraktion hat eine Gegenstudie zum PINC-Papier, welches die Basis des SET Plans darstellt, in Auftrag gegeben.

Hier finden Sie eine Zusammenfassung und die Studie: www.greens-efa.eu/pinc-2016-15348.html