Press release


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Banking reform

EP supports separation of banking activities


The European Parliament today adopted a report on structural reform of the EU's banking sector. Although the report contains a number of weaknesses, it decisively calls on the Commission to produce legislation aimed at reforming the structure of the EU banking sector. The Commission will be submitting a legislative proposal on this in October 2013.

Following the plenary vote, Greens/EFA MEP Philippe Lamberts, shadow rapporteur/draftsperson on this issue, said:

"This report has the merit of being the European Parliament's first common position on banking structural reforms. While it highlights the vital reforms already underway in the European banking sector (legislation on CRDIV, bank resolution, single surveillance mechanism, markets in financial instruments directive (MiFID) etc.), it also recognizes the need for reform of the actual structure of the banking sector. These reforms are essential for ending the existence of "too big to fail" banks as well as the implicit public subsidies they receive.

"Unfortunately, the text has been significantly watered down by the European right-wing parties, who are very receptive to the financial sector's demands. The wording on the need for a separation between essential day-to-day banking activities relating to households and businesses (saving and lending) and banking activities relating to financial markets (inherently more unstable) remains relatively vague or even ambiguous. Specifically, the text makes no reference to the need to establish separate legal entities. Similarly, the firewalls that the text outlines for limiting the risk of contagion within an organisation are insufficient."

Greens/EFA MEP Eva Joly, Chair of the Development Committee, said:

"Despite the report's flaws, thanks to the persistence of the Greens/EFA group, it allows the idea of a true separation of banking activities to be kept alive. This separation will insulate essential services for the daily life of citizens and firms from speculative, often volatile, banking activities. The banking industry has been fighting against this for months and their campaign has already paid off in France, where the government failed to implement a strict separation of banking activities, which was a very negative signal to the European Parliament. Green MEP won’t allow these timid reforms - which have now begun in Germany as well, to weaken the Commission proposal to be presented this autumn."

Séparation des métiers bancaires

le Parlement européen maintient le cap


Le Parlement européen a adopté aujourd'hui un rapport d'initiative sur la réforme structurelle du secteur bancaire européen. Malgré la faiblesse des propositions qui y sont formulées, ce rapport appelle clairement la Commission européenne à légiférer dans ce domaine. Cette dernière devrait d'ailleurs présenter une proposition législative en ce sens début octobre 2013.  

À l'issue du vote en plénière, Philippe LAMBERTS, Député européen Ecolo et rapporteur fictif sur ce dossier, a déclaré:  

«Ce rapport d'initiative a le mérite d'établir la première position commune du Parlement en la matière. Tout en soulignant le caractère vital des réformes en cours du secteur bancaire européen (CRDIV, résolution bancaire, mécanisme de surveillance unique, marchés d’instruments financiers (MiFID), etc.), il reconnaît clairement la nécessité d'introduire des réformes supplémentaires concernant la structure du secteur. Ces dernières sont en effet indispensables pour mettre un terme à l'existence de  banques "trop grandes pour faire faillite" ainsi qu'aux subsides publics implicites dont elles bénéficient largement. 

Malheureusement, le texte a été fortement affaibli par la droite européenne, très sensible aux sirènes de l'industrie financière. La formulation relative à la nécessité d'une séparation entre activités bancaires essentielles pour les ménages et les entreprises (activités de dépôt et de crédit) et activités orientées vers les marchés financiers (par essence plus instables) demeure relativement vague, voire ambigüe. En particulier, aucune référence n'est faite à la nécessité d'établir des entités légalement séparées. De même, les pare-feu envisagés pour limiter les risques de contagion intra-groupe ne sont pas suffisants .»  

Eva JOLY, Députée européenne Europe Écologie - Les Verts et Présidente de la commission Développement, a ajouté:   

«Malgré la faiblesse relative du texte, le vote du rapport McCarthy permet, notamment grâce à l'insistance des Verts, de maintenir en vie le projet d'une véritable séparation des activités bancaires. Cette séparation permettra d'isoler les services essentiels pour la vie quotidienne des citoyens et des entreprises, des activités spéculatives, souvent très instables. L'industrie bancaire mène d'ailleurs depuis des mois une contre-offensive au niveau des États membres.  En France notamment, elle a su faire trembler la main du gouvernement quand il s'est agi d'aller vers une séparation stricte des activités, donnant ainsi un signal particulièrement négatif au législateur européen. Les élus Verts ne peuvent accepter que ces réformes timorées - entreprises également en Allemagne - contribuent à vider de son sens la proposition de la Commission qui sera présentée à l'automne prochain. »

Bankenstrukturreform

Europaparlament malt in Pastell


Das Europaparlament hat heute seine Position festgelegt, wie der Bankensektor grundlegend reformiert werden kann (McCarthy-Bericht). Damit verdeutlichen die Abgeordneten, wie die Empfehlungen des Liikanen-Bericht aus ihrer Sicht umgesetzt werden soll. Der McCarthy-Bericht ist damit der erste Schritt in der Umsetzung des Liikanen-Berichts in europäisches Recht. Das kürzlich verabschiedete CRD IV-Gesetz ist  ein Schritt nach vorne, denn es erhöht bspw. die Eigenkapitalpuffer der Banken und macht sie dadurch stabiler. Eine Trennung von spekulativen Banktätigkeiten und essentiellen Bankdienstleistungen fehlt jedoch, wie auch eine strikte Schuldengrenze für Banken. Der Liikanen-Bericht und mögliche darauf aufbauende Gesetzesvorschläge der Kommission sollen diese große Lücke in der EU-Finanzmarktregulierung schließen. 

Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament kommentiert das Abstimmungsergebnis: 

„Das Europaparlament strahlt bei einer grundlegenden Reform des Bankensektors In Pastellfarben. Eine breite Mehrheit der Abgeordneten hat heute einem Bericht zugestimmt, in dem sich kräftige Farben und Lust am Weiß bunt vermischen. Erfreulich ist die Forderung, dass Anleger eine Orientierungshilfe für mehr Durchblick im Bankendschungel bekommen sollen. Ein öffentlicher Indikator zur Bankenstabilität gibt Auskunft über die finanzielle Gesundheit einer Bank, indem er wichtige Faktoren wie Eigenkapital, Liquidität oder Governance-Strukturen eines Kreditinstituts berücksichtigt. Damit bekämen Anleger eine fundierte Entscheidungshilfe. Dies wäre ein wichtiger Schritt nach vorne, denn der Zinssatz gibt nur sehr begrenzt Auskunft über den Zustand einer Bank.

Mit seinem Fokus auf das Trennbankensystem öffnet die Parlamentsposition eine politische Tür für die Debatte, wie die Liikanen-Vorschläge Realität werden können. Der Bericht hat jedoch deutliche Schwächen, wenn es um die zukünftigen Merkmale dieser Trennung geht. Es bleibt unklar, welche Dienstleistungen der Banken essentiell sind und damit in Krisen unbedingt geschützt werden müssen. Außerdem fehlt ein deutliches Bekenntnis, dass elementare Finanzdienstleistungen rechtlich von anderen Sektoren wie Investment Banking getrennt werden müssen. Nur eine deutliche rechtliche Aufteilung verhindert, dass die spekulativen Geschäftsbereiche das essentielle Bankgeschäft in den Sog zukünftiger Krisen reißen und dass Kleinsparer mit ihren Einlagen das Treiben der spekulativen Geschäftsbereiche subventionieren. Insbesondere die konservativ-christdemokratische Fraktion (EPP) ist jedoch vor einem klaren Bekenntnis zu einem stabilisierenden Trennbankensystem zurückgeschreckt. Bereits zu Beginn der Verhandlungen im Parlament hatten die Konservativen klargemacht, dass sie einen Bericht mit klarer Position zum Trennbankensystem nicht unterstützen werden.

Klarer ist hingegen die Finanzierung und Risikoaufteilung des zukünftigen Trennbankensystems. Hier macht das Europaparlament deutlich, dass Grenzen für den Kapitaltransfer zwischen den Einheiten der Trennbank notwendig sind. Denn es gilt zu verhindern, dass die spekulativen Abteilungen dem Bereich der essentiellen Dienstleistungen im Krisenfall das finanzielle Fundament entziehen. Außerdem will eine Mehrheit der Abgeordneten verbieten, dass der Bereich der wichtigsten Bankdienstleistungen Risiken durch Investment-Geschäfte eingeht. In einem weiteren zentralen Punkt konnten sich die Abgeordneten einigen und eine weitere Reißleine gegen Unklarheit über das Trennbankensystem ziehen: Effektive gesetzliche Regeln müssen das Auslagern von risikoreichen Geschäften aus „getrennten“ Geschäftsbanken in Schattenbanken unterbinden.

Ein weiterer zentraler Punkt des Berichts ist die Feststellung, dass ein wirklicher Wettbewerb zwischen den europäischen Banken nur mit einem europaweiten Abwicklungs- und Sicherungsmechanismus möglich ist. Fehlen diese, gilt auch weiterhin das Zypern-Prinzip. Das bedeutet, dass die Wirtschaftsleistung der Mitgliedsstaaten und damit auch die Zahlungsfähigkeit der Steuerzahler bestimmen, wie groß eine Bank werden kann. Dahinter steht die Annahme, dass Mitgliedsstaaten Banken mit öffentlichen Finanzspritzen aufpäppeln, wenn den Kreditinstituten die Pleite droht. Deshalb gilt ohne ein EU-weites Abwicklungs- und Sicherungssystem: Hohe Wirtschaftskraft des Mitgliedsstaates schafft ein optimales Biotop zum Wuchern für Riesenbanken. Solche Mammutinstitute verzerren den Wettbewerb zu Lasten der kleineren Institute, wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Diesem Treiben erteilt das Europaparlament eine Absage.

Etliche politische Kräfte wollten den Liikanen-Bericht in der Schublade verschwinden lassen.  Mit seiner Position macht das Europaparlament klar, dass die EU-Kommission jetzt am Zug ist und Vorschläge zu tiefgreifenden Strukturreformen des Bankensektors liefern muss. Deshalb haben wir Grüne den Bericht trotz seiner Schwächen unterstützt.” 

Die Parlamentsposition (McCarthy-Bericht) über eine Strukturreform des Bankensektors finden Sie hier: http://bit.ly/11dUz48