Press release


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Corporate tax transparency

Country-by-country reporting rules introduced to draft EU law by MEPs


The European Parliament's legal affairs committee today voted on draft EU legislation on shareholder rights. MEPs supported a proposal by the Greens/EFA group to strengthen corporate tax transparency by introducing a country-by-country reporting obligation for corporations as part of the draft shareholder rights law. After the vote, Greens spokesperson Pascal Durand said:

"Strengthening transparency of corporations' balance sheets and tax activities is crucial to tackling corporate tax avoidance and dumping. Ensuring country-by-country reporting obligations for all corporations would enable proper scrutiny of their tax management schemes and provide full transparency on the type of 'tax rulings', which were the subject of the Luxembourg Leaks revelations.

"Today's vote is a major step forward. The European Parliament has taken the lead where the European Commission has failed to act. The onus is now on Commission president Juncker and EU governments to show they are serious about finally clamping down on corporate tax avoidance. We hope all parties will ensure today's vote is reflected in the final legislation agreed between EU governments and the European Parliament."

Transparence fiscale des grands groupes

Enfin une victoire !


La Commission des affaires juridiques du Parlement européen a adopté aujourd'hui sa position relative aux "droits des actionnaires"(1). Les écologistes avaient décidé d’utiliser cette opportunité pour introduire des amendements permettant de lutter contre l’évasion fiscale.
Suite au vote, Pascal DURAND, porte-parole du groupe sur ce dossier a déclaré: 
"En suivant la demande du groupe Verts-ALE de rendre obligatoire la transparence sur les impôts payés par les grands groupes dans chacun des pays où ils opèrent, les parlementaires viennent d'envoyer un signal très clair à la Commission européenne qui présentera, le mois prochain, son second paquet sur la justice fiscale. Le "reporting" est une "simple" mesure de transparence qui ne requiert pas l'accord unanime des États et un outil immédiatement efficace contre l'évasion fiscale et la corruption.
Les pratiques fiscales agressives des grands groupes et la complicité de certains États européens sont avérées. Leurs effets sur l'économie et les budgets publics sont désastreux. Ces pratiques d'accaparement d'une partie des recettes publiques au profit d'intérêts privés sont d'une injustice insoutenable. Elles sont rendues possibles par l'opacité. Une règlementation obligeant les grandes entreprises à communiquer pour chacun des pays où elles sont implantées leurs profits, les impôts payés et le nombre de leurs employés est devenue incontournable. C'est une mesure de justice sociale et un enjeu démocratique primordial. 
Le signal est donc clair pour JC Juncker qui aura rapidement l'occasion de prouver la solidité de son engagement à lutter contre l'évasion fiscale suite au scandale du Luxleaks. Il a, à cet égard, beaucoup à se faire pardonner".
(1) Rapport Cofferati : Modification de la directive 2007/36/CE en vue de promouvoir l'engagement à long terme des actionnaires, et de la directive 2013/34/UE en ce qui concerne certains éléments de la déclaration sur la gouvernance d'entreprise
Plus de 600 amendements ont été déposés 

Steuerdumping

Entscheidung für mehr Transparenz – Jucker muss liefern


Am heutigen Mittwoch hat der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments über neue Regeln für die Rechte von Aktionärinnen und Aktionären abgestimmt. Die Grünen/EFA-Fraktion konnte per Änderungsantrag mit Unterstützung von Sozialdemokraten, Linken, einigen Liberalen und der italienischen 5-Sterne-Bewegung eine verpflichtende länderbezogene Berichterstattung für multinationale Konzerne, das sogenannte "country-by-country-reporting" (1), durchsetzen. 

Der Ausschuss stimmte für die Aufnahme von Verhandlungen mit dem Rat der Mitgliedsländer. Die Konservativen, die liberale Fraktion und die Rechtskonservativen wollen aber, dass erst noch die Konferenz der Fraktionsvorsitzenden entscheiden, ob die Verhandlungsposition im Parlamentsplenum festgelegt werden muss. Sie erhoffen sich, damit die Entscheidung des Ausschusses zu kippen. Sven Giegold, finanz- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament kommentiert:

"Dieses Plus an Transparenz bei Steuern von Großkonzernen schafft mehr Gerechtigkeit für alle Steuerzahler. Der LuxLeaks-Skandal zeigt: Nur wenn Konzerne ihre Steuerpraktiken offen legen, können Missbrauch und Korruption entdeckt und geahndet werden. Es ist ein starkes Signal an die EU-Kommission und die Regierungen in den EU-Mitgliedsstaaten, dass sich die Abgeordneten aus mehreren Fraktionen für den grünen Änderungsantrag entschieden haben. Es ist skandalös, dass Christdemokraten, Rechtskonservative und ein Teil der Liberalen Steuertransparenz für Großunternehmen ablehnen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker behauptet unablässig, der Kampf gegen Steuervermeidung und –dumping habe absolute Priorität für die EU-Kommission. Bis auf die Festschreibung des ohnehin schon seit 1977 verpflichtenden Informationsaustauschs von Tax Rulings zwischen den Mitgliedsstaaten hat die EU-Kommission bisher keinerlei ernstzunehmende Vorschläge auf den Tisch gelegt. Sie muss nun dem Votum der EU-Abgeordneten folgen. Junckers Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel, wenn er seine Kommission nicht auf die Linie der Steuertransparenz bringt 

Auch die große Koalition in Berlin muss ihre Blockade-Haltung aufgeben und der Berichtspflicht zustimmen. Besonders ärgerlich ist, dass Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel weiter keinen Finger für diese Transparenzpflicht krumm macht, während sich Sozialdemokraten im Europäischen Parlament erfolgreich dafür einsetzen. Die Bundesregierung muss nach den Luxembourg-Leaks aufhören, Konzernen beim Verbergen ihrer schädlichen Steuerpraktiken vor der Öffentlichkeit zu helfen."

(1) Das Prinzip verpflichtet Unternehmen, insbesondere ihre Gewinne und ihre Steuern pro Land offenzulegen. Mit dieser Berichtspflicht soll für die Öffentlichkeit transparent werden, wie Unternehmen sich Länder zum Steuern zahlen aussuchen, die besonders günstige Konditionen anbieten, obwohl sie ihre Gewinne woanders erwirtschaften. Diese Regel kann per Mehrheitsentscheidung im Rat der Mitgliedsländer und Europaparlament eingeführt werden, während andere Maßnahmen gegen Steuerdumping Einstimmigkeit im Rat erfordert.