Press release


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ECB executive board

EP takes steps to address exclusion of women from ECB board


The European Parliament's economic and monetary affairs committee has halted the appointment process for a new nominee to the executive board of the European Central Bank, after cross-party criticisms about the failure to consider any female candidates for the vacancy. Coordinators of the committee agreed to postpone the hearing of nominee Yves Mersch (foreseen for Monday, 10 September). Commenting on the decision and the implications, Green economic and finance spokesperson Sven Giegold (MEP, Germany) said:

“The EP has today taken concrete steps to address the exclusion of women from the ECB's executive. There has been no female member of the ECB's executive board since 2011, a situation compounded by the lack of any female presidents of Eurozone central banks, which sit on the governing council. This lack of any female representation in the decision-making bodies of this crucial institution in the Euro crisis is clearly not acceptable.

"Regrettably, in spite of assurances from Eurogroup president Jean-Claude Juncker that candidates of each gender would be considered for the replacement of Mr Gonzalez-Palermo (1), no female candidate was finally considered. There is no shortage of qualified female candidates, so the failure to even consider any, in spite of these assurances, has left MEPs with no alternative. The ECB is already a body with far-reaching influence and limited accountability; filling a new position on its executive against the will of democratically-elected representatives would be a further step backwards in terms of European democracy in the Euro crisis."

(1) The economic and monetary affairs committee had previously raised the issue of female representation and committee chair Sharon Bowles wrote to Eurogroup president Jean-Claude Juncker in May 2012 to this end asking him to ensure a female candidate be considered for the replacement of Mr Gonzalez-Palermo.

EZB-Rat

Europaparlament wehrt sich gegen Ausschluss von Frauen in der EZB


Um ein neues Mitglied für den EZB-Rat zu benennen, muss der Rat gemäß Artikel 283 Abs. 2 AEUV das Europaparlament anhören. Die dafür kurzfristig angesetzte Anhörung des Kandidaten Yves Mersch am kommenden Mondtag (10.9.2012), haben die Koordinatorinnen und Koordinatoren des Wirtschafts- und Währungsausschusses im Europaparlament einvernehmlich von der Tagesordnung genommen. In einem Brief an den Vorsitzenden der Eurogruppe Jean-Claude Juncker vom 8.5.2012, hat die Ausschussvorsitzende Sharon Bowles deutlich gemacht, dass nach Auffassung der  Abgeordneten zumindest eine weibliche Kandidatin und ein männlicher Bewerber in die nähere Auswahl kommen müssen, bevor dem Parlament ein Vorschlag unterbreitet wird. (1)

Die Entscheidung kommentiert Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament:

"Seit 2011 sitzt im EZB-Rat keine Frau mehr. Nicht nur das Direktorium besteht ausschließlich aus Männern, auch alle Zentralbanken werden im Rat und im erweiterten Rat ausschließlich durch Männer vertreten. Die Abgeordneten des Europaparlaments haben bereits im Mai darauf hingewiesen, dass für den ab Juni diesen Jahres frei werdenden Sitz zumindest eine Frau in die nähere Auswahl genommen werden muss. Gemessen an der überragenden Macht der EZB in der Eurokrise ist es nicht vertretbar, dass keine einzige Frau bei ihren Entscheidungen stimmberechtigt ist. Qualifizierte Kandidatinnen gibt es genug in Europa.

Da das Parlament in diesen Besetzungsfragen lediglich angehört werden muss, haben wir hier den effektivsten Weg gewählt, unsere Position durchzusetzen und die Anhörung abgesetzt. Die EZB ist jetzt schon ein Gremium mit sehr weitreichenden Befugnissen und eingeschränkter demokratischer Legitimation. Eine Besetzung eines so einflussreichen EZB-Postens gegen den Willen der gewählten VolksvertreterInnen wäre ein fatales politisches Signal des Rates und ein Tiefschlag gegen die Demokratie."

Anmerkungen:

Das aktuelle Direktorium der EZB besteht neben Mario Draghi als Präsident aus den Herren Vítor Constâncio (Vizepräsident), Jörg Asmussen, Benoît Cœuré und Peter Praet. Der sechste Sitz ist vakant. (2)

(1) Link zu Brief: http://is.gd/ctqt9v

(2) Liste der Mitglieder des erweiterten EZB-Rats: http://is.gd/yjI0qs


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