Press release


en | de | fr

EU bank regulation (CRD IV)

EP caps bank bonuses and improves accounting transparency with new legislation


The European Parliament today approved legislative proposals establishing rules for banks (the capital requirements directive - CRD IV). The Greens played a central role in the legislative process and welcomed the vote and the legislation, which will provide for an EU cap on bank bonuses and provisions to ensure greater transparency for banks' accounts, on top of key provisions ensuring banks are properly capitalised. Commenting after the vote, Green finance spokesperson Philippe Lamberts (MEP, Belgium) said:


"The CRD banking legislation adopted today is a real breakthrough in terms of regulating Europe's banking sector. The EU Parliament played a crucial role in ensuring this legislation is truly robust, with its successful insistence on a cap on bonuses, transparency of banking activities and a capital surcharge for systemic banks. The legislation thus goes far beyond its basic capital requirements remit and will help put Europe's banking sector on a sounder footing.

"EU-wide curbs on the excessive bonuses paid to bankers would mean the EU is finally, if belatedly, responding to public interest and demand regarding the sometimes obscene levels of bankers' remuneration. The variable remuneration of bankers and traders may not exceed the total amount of their salary (at a ratio of 1:1), unless shareholders explicitly approve higher bonuses (up to twice the amount of the salary). While the European Parliament would have preferred a stricter 1:1 limit, the final deal represents a huge step forward.

"Crucially, the legislation will also ensure much greater transparency for banks' accounts. Banks will be obliged to publish the details of their activities and in particular their profits, taxes paid and subsidies received for every country in which they are active. This is crucial with a view to ensuring proper transparency for issues like revenue collection and tackling tax avoidance.

"The legislation will also provide for additional capital requirements for banks deemed 'too big to fail' (i.e. banks whose bankruptcy would have serious consequences for the financial system and real economy). In addition to the minimum requirements (10.5%), these bloated banks will be required to maintain additional capital of up to 3.5%.

"The failure to include a binding leverage ratio for banks is a source of regret, although this is an essential regulatory instrument for limiting excessive levels of debts. New rules on liquidity, obliging banks to hold liquid assets and reduce their dependence on short term financing, are also far weaker than necessary."

Bankenregulierung

Vielfalt, verantwortliche Bezahlung und mehr Stabilität im Finanzsektor – Schuldenbremse für Banken verschleppt


Das Europäische Parlament hat heute mit breiter Mehrheit die CRD IV Regulierung (Capital Requirements Directive) verabschiedet (1). Diesem Beschluss sind über 9 Monate andauernde Verhandlungen mit 35 Trilogsitzungen zwischen Europaparlament, Rat und Kommission vorausgegangen. Der kompetente und geschickt agierende Berichterstatter Othmar Karas (EVP) und die gute Zusammenarbeit zwischen allen Fraktionen des Europäischen Parlaments, waren wichtige Faktoren für das gute Ergebnis. 

Das Ergebnis der Abstimmung kommentiert Sven Giegold, finanz- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament: 

“Durch hartnäckiges Verhandeln hat das Europaparlament die Blockadepolitik der Mitgliedsstaaten überwunden und ein Ergebnis erzwungen, das sich sehen lassen kann. Mit dem zusätzlichen Eigenkapitalpuffer müssen die wichtigsten, systemrelevanten Banken zukünftig einen zusätzlichen Stützpfeiler errichten. Dieser Puffer ist ein wichtiger Schritt, um zu verhindern, dass Steuerzahler die finanziellen Trümmer zusammengebrochener Großbanken schultern müssen. Er sorgt auch für faireren Wettbewerb zwischen kleinen Banken und größeren Finanzinstituten.

Erfolgsabhängige Zahlungen und Boni von Bankern werden auf das maximal Zweifache des Festgehalts begrenzt. Dadurch werden Kasino-Mentalität und Boni-Exzesse in die Schranken gewiesen. Diesen Erfolg gilt es nun auf andere Finanzmarktakteure, wie Fondsmanager, auszuweiten.

Außerdem schaffen die neuen Regeln ein Umfeld, in dem die Vielfalt des europäischen Finanzsektors gedeihen kann: Die Rahmenbedingungen der CRD IV verhindern ein Umstellungschaos, indem auf die rechtlichen Anforderungen von Sparkassen, Genossenschafts- und Kleinbanken Rücksicht genommen wird. Für diese regionalen Kreditinstitute gilt auch eine angemessene Berichterstattung an die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und sie bleiben von zusätzlichen Buchführungspflichten nach IFRS verschont.

Bei der Schuldenbremse (Leverage Ratio) und den Liquiditätsanforderungen für Banken bleibt die CRD IV hinter ihren Möglichkeiten zurück: Die Banken müssen nur veröffentlichen, wie hoch sie sich verschulden. Eine Verschuldungsobergrenze konnte nicht direkt durchgesetzt werden. Damit verschleppt die Einigung ein zentrales Instrument gegen das Schönrechnen von Eigenkapitalanforderungen und ermöglicht weiterhin Fehlbewertungen von Risiken durch Aufsichtsbehörden und den Gesetzgeber. Obwohl der ab 2015 verbindliche Liquiditätspuffer (LCR) zu begrüßen ist, haben insbesondere die Mitgliedsstaaten nicht genug aus der Finanzkrise gelernt: Sie sperrten sich gegen eine qualitativ hochwertige und damit effektive Anforderungen zur Refinanzierung und Liquiditätssicherung für Banken (NSFR). Insbesondere hier wurde die Umsetzung von globalen Vorgaben aus Basel verschoben.

Ein Fortschritt für mehr Transparenz ist jedoch der Punkt, dass Kreditinstitute gegenüber der Finanzaufsicht ihre zehn größten finanziellen Positionen an Schattenbanken offenlegen müssen.

Schließlich setzte das Europaparlament erstmals die länderbezogene Berichterstattung von Steuerzahlungen und Gewinnen durch. Nach langem Ringen und viel Unterstützung durch die Zivilgesellschaft, bringt Europa damit Licht ins Dunkel der internationalen Bankgeschäfte. Ab 2015 müssen alle Banken in ihren Geschäfts- und Jahresabschlussberichten aufschlüsseln, in welchen Ländern sie welche Gewinne und Verluste erwirtschaftet, wie viel Steuern sie gezahlt und welche öffentlichen Subventionen sie erhalten haben. Leider ist es dem Rat gelungen, hier noch eine Hintertür einzubauen. Die Berichterstattungsmodalitäten sollen erst nach einer besonderen Prüfung durch einen delegierten Rechtsakt von der EU-Kommission definiert werden. Dieser Rechtsakt kann nach Veröffentlichung binnen einer Dreimonatsfrist sowohl durch den Rat, als auch das Europaparlament, mit absoluter Mehrheit abgelehnt werden. Hier wird noch mal ein Kraftakt des Europaparlaments und der Zivilgesellschaft nötig sein, um Steuervermeidung durch Banken endgültig zu beenden.”

Anmerkungen: 

1) Die CRD IV-Regulierung bildet den zukünftigen gesetzlichen Rahmen für europäische Banken. Sie besteht aus zwei legislativen Texten: Einer Verordnung (CRR), die sich aus drei Teilen zusammensetzt, sowie einer Richtlinie (CRD). Die Verordnung ist nach Inkraftreten unmittelbar durch die Banken anzuwenden und umfasst vor allem die Bereiche Eigenkapital, Liquidität und Verschuldungsgrenze (Leverage Ratio). Die Richtlinie erstreckt sich im Wesentlichen auf die Felder Unternehmensführung, Aufsicht und Geschäftspraxis. Sie muss nach Inkraftreten von den Mitgliedsländern in nationales Recht umgesetzt werden. Insgesamt ist die CRD IV die europäische Umsetzung der Basel III-Empfehlungen. 

2) Ein Hintergrundpapier zu CRD IV finden Sie unter: http://bit.ly/YKWNWK

Régulation bancaire (CRD IV)

Moins de bonus, plus de transparence!


Le Parlement européen a approuvé aujourd'hui les propositions législatives sur la réforme bancaire la plus importante depuis l’éclatement de la crise financière de 2008 (CRDIV, Capital Requirements Directive). Les Verts ont joué un rôle central dans le processus et saluent l'accord obtenu, en particulier sur le plafonnement des bonus et la transparence des activités bancaires. La législation adoptée aujourd'hui constitue une avancée majeure dans la régulation bancaire européenne et le Parlement a joué un rôle crucial pour obtenir des règles robustes et ambitieuses, face à la frilosité du Conseil des ministres des finances.

A l’issue du vote, Philippe LAMBERTS, député européen Ecolo et responsable du dossier pour les Verts a souligné que:  

"En plafonnant les bonus excessifs des traders et hauts dirigeants des institutions bancaires, l'UE met enfin un terme aux rémunérations disproportionnées du secteur.  Dès l'entrée en vigueur de la directive, la rémunération variable des banquiers et traders ne pourra pas dépasser le montant total de leur salaire fixe (ratio 1-1), à moins que les actionnaires donnent explicitement leur accord pour des bonus plus élevés, avec un ratio maximal de 2:1. Le Parlement Européen aurait préféré maintenir une limite stricte de 1:1 mais le compromis final représente indéniablement une avancée considérable.

En matière de transparence, le texte entérine l’obligation pour les banques de diffuser, pour tous les pays où elles sont actives, des détails de leurs activités, en particulier les profits, les impôts payés et les subventions reçues. Ce dispositif est un premier pas essentiel pour combattre la fraude et l'évasion fiscale, révélées récemment par les Offshore Leaks. Prévue pour 2015, l’entrée en vigueur de cette disposition pourrait néanmoins être retardée, dans le cas où la Commission jugerait ces exigences de transparence néfastes pour la stabilité financière et l’afflux d’investissements. 

Enfin, la législation prévoit également l’imposition de fonds propres supplémentaires pour les banques systémiques, c’est-à-dire dont la faillite éventuelle aurait de lourdes conséquences sur le système financier et l’économie réelle En plus des exigences minimales (s’élevant désormais à 10,5%), ces institutions dites « trop grandes pour faire faillite » pourront se voir imposer un surcroît de capital allant jusqu’à 3,5%. 

Malgré ces avancées notoires, nous regrettons néanmoins l'absence de ratio de levier contraignant pour les banques, un instrument de régulation pourtant essentiel pour limiter l’endettement excessif dans le secteur. En outre, les nouvelles règles en matière de liquidité –cruciales pour obliger les banques à détenir des actifs liquides et à réduire leur dépendance au financement à court terme – sont beaucoup trop faibles. 

Vous trouverez dans le tableau en pièce jointe la synthèse des principales avancées et échecs du texte final, par rapport à la position initiale des écologistes".