Press release


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Horsemeat scandal

EU response must be comprehensive and include fundamental reform of agri-food system


Ahead of today's council of EU agriculture ministers, who will discuss the ongoing horsemeat scandal, Green MEPs have set out their demands for EU-level action (1). The scandal has highlighted deficiencies with the procedures for verifying food quality, as well as shortcomings in EU legislation, notably on meat product labelling. The Greens/EFA group called on EU governments to take action to this end, as well as more fundamental reforms of our agri-food system, notably in the context of the ongoing CAP reform. Speaking at a press conference in the European Parliament, Green food quality spokesperson Bart Staes (MEP, Belgium) said: "While there are immediate questions about applicable rules and responsibility for controls and ensuring compliance, this scandal raises wider questions. Tougher rules and stricter enforcement can reduce the scope for fraud and gaming but there are also more fundamental questions about the nature of our agriculture and food system, which are particularly relevant in the context of the ongoing reform of the EU's Common Agricultural Policy. This is true both of relevant cross-compliance rules on food quality, as well as overall measures aimed at promoting short-distance food supply chains, to reduce food quality risks. "The EU Food and Veterinary Office (FVO), which monitors compliance with EU requirements and legislation, must be strengthened: notably its capacity for carrying out the necessary inspections to ensure compliance. The results of the its work must be given proper political follow-up, with democratic scrutiny by the European Parliament and national parliaments, aimed at ensuring issues it raises are properly acted on and addressed." Green MEP and vice-chair of the European Parliament environment, public health and food safety committee Carl Schlyter (Sweden) added: "While compliance with existing EU rules on food quality and information needs to be improved, there are also clear deficiencies in EU legislation on food information and labelling, in particular, with regard to meat and meat products. The Commission must now come forward with proposals to revise EU legislation on food information to this end, as soon as possible after the current impact assessment. Notably, this means ambitious origin labelling for all meat and processed meat products and ingredients (including place of birth, rearing and slaughtering). Currently, origin labelling only exists for unprocessed, fresh beef, not for processed beef or any other meat." (1) The Greens/EFA group submitted a paper listing their demands to EU agriculture ministers. Click to view the paper (pdf)

Pferdefleischskandal

Grüne fordern schärfere Lebensmittelkontrollen und eine grundlegende Reform des Agrarsystems


Zeitgleich zum heute tagenden EU-Agrarministerrat, der die Folgen des immer weitere Kreise ziehenden Pferdefleischskandals diskutiert, haben die Grünen/EFA im Europäischen Parlament ihre Forderungen für EU-weite Maßnahmen vorgestellt. Der Skandal hat schwerwiegende Mängel bei der Qualitätskontrolle als auch Unzulänglichkeiten in der EU-Gesetzgebung aufgedeckt, vor allem bei der Kennzeichnung von Fleischprodukten. Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament fordern die Mitgliedsstaaten auf, Maßnahmen zur Beseitigung dieser Missstände zu ergreifen und eine grundlegende Reform des Systems der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung in Angriff zu nehmen, vor allem im Rahmen der aktuellen Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik. Bei einer Pressekonferenz im Europäischen Parlament erklärte Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA:

"Die aktuellen Betrugsfälle um Pferdefleisch in Rindfleischprodukten und falsch deklarierte Eier zeigen einmal mehr, dass unser System der Lebensmittelproduktion in die falsche Richtung geht. Lebensmittelkontrollen müssen verschärft und Regeln zur Lebensmittelkennzeichnung verbessert werden, aber die Betrugsfälle werfen weitergehende Fragen auf. Lange Produktionsketten und ein Preiskampf, der die Preise für Lebensmittel immer weiter drückt, befördern Betrug und Schummelei.

Wir haben jetzt die Chance in den Verhandlungen über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ländliche Entwicklung zu fördern, damit die Herstellungsketten kürzer werden und sich qualitativ hochwertige regionale Produktionen vermehrt entwickeln können. Außerdem müssen die EU-Direktzahlungen an die Einhaltung von Umweltstandards geknüpft werden, damit die GAP-Reform für die Unterstützung der Herstellung qualitativ hochwertiger und sicherer Nahrung genutzt werden kann.

Es geht aber auch darum, den Verbraucherinnen und Verbrauchern gute und zuverlässige Informationen zur Verfügung zu stellen. Es muss gewährleistet sein, dass die Informationen, die auf der Lebensmittelverpackung stehen, korrekt sind und dass die wirklich relevanten Informationen angezeigt werden. Insbesondere bei Fleisch und Fleischprodukten bedeutet das, dass die Kommission so schnell wie möglich einen Vorschlag zur Herkunftskennzeichnung vorlegen muss. Alle Fleischsorten und Fleischprodukte und deren Bestandteile (mit Angabe des Geburtsortes, des Produktionsortes und des Schlachtortes der Tiere) müssen gekennzeichnet werden. Zurzeit gibt es eine Herkunftskennzeichnung nur für unverarbeitetes, frisches Rindfleisch, aber nicht für verarbeitetes Rindfleisch und auch nicht für andere Fleischssorten wie Schweine- oder Schaffleisch.

Kontrollen von Agrarprodukten und Lebensmitteln müssen unabhängig von Erzeugern und Industrie durchgeführt werden. Außerdem muss das Lebensmittel- und Veterinäramt der EU (FVO), das sicherstellen soll, dass die Lebensmittelkontrollen in den Mitgliedsstaaten entsprechend der EU-Regeln durchgeführt werden, gestärkt werden. Es braucht die Mittel, um entsprechende Kontrollen durchführen zu können. Die Arbeit des FVO muss zudem politisch begleitet werden."