Press release


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Right to water

Response from Commission must be swiftly followed by concrete proposals


The European Commission today presented its response to first successful European citizens' initiative on the universal right to water (right2water) (1). The Greens called on the Commission to present concrete proposals in order to ensure the initiative will be truly delivered. Commenting on the communication, Green MEP Gerald Häfner stated:

"While today is another important milestone in the development of EU democracy, we would have preferred a more ambitious response from the European Commission. This first official response from the Commission to a citizens' initiative is a vindication of the excellent work carried out by those involved in this crucial campaign on the universal right to access water, with the Commission recognising the importance of the issue. However, the Commission's response is vague and it must be swiftly followed-up with concrete proposals to ensure the objective of the Right2Water initiative will truly be delivered.

"The Commission has committed to ensure that all future EU activities contribute to the maintenance and improvement of water quality, upholding the necessary environmental standards, affordability of water supply and transparency in the award and exercise of appropriate services, both within the EU and internationally. However, the Commission's response remains remarkably vague and unsatisfactory in terms of potential changes in EU law. The Commission should have given a clear timeframe and commitment to ensure the forthcoming review of the Water Framework Directive delivers a substantive response towards guaranteeing the right to water. It should also have given an unequivocal commitment to refrain from pushing for the privatisation of water services, either directly or indirectly, as has been the case in the context of the Troika's involvement in crisis countries. The European public also has a right to more clarity on how the EU intends to ensure the protection of water supply in the course of EU-US trade negotiations (TTIP)."

(1) The Right2Water campaign (www.right2water.eu) was the first successfully registered European citizens' initiative, collecting over 1.8 million signatures. Through the European citizens' initiative, a proposal with the support of at least one million EU citizens calling on the European Commission to initiative a legislative proposal must be given a response.

Initiative citoyenne européenne

La Commission européenne entend les Européen-nes


La Commission européenne se prononçait aujourd'hui sur l'initiative citoyenne "L'eau et l'assainissement sont un droit humain ! L'eau est un bien public, pas une marchandise!". Première initiative citoyenne européenne (ICE) réunissant le million de signatures requis, elle est acceptée par la Commission européenne. Cette dernière doit encore présenter des propositions pour une législation européenne protégeant l'accès à l'eau. Les Écologistes européens félicitent les organisateurs de l'ICE "Right2Water" et attendent des actes concrets.   

Pour Sandrine Bélier, membre des Commissions Affaires constitutionnelles et Environnement : " Nous vivons un moment historique pour la démocratie européenne et la préservation de l'environnement. Avec 1.884.790 d'Européen-nes, les organisateurs de l'ICE ont su relever le défi d'une campagne européenne et ont obtenu le soutien de leurs représentants du Parlement européen. Premier et unique instrument de démocratie participative directe, l’ICE bouleverse la prise de décision européenne. Pourtant la Commission aurait dû soumettre une proposition législative dès aujourd'hui. Le passage des discours aux actes sera un nouveau pas décisif pour l'Europe des citoyens."

Pour José Bové, tête de liste des Verts aux élections européennes : " Peut-on accepter qu'une famille n'ait plus d'eau courante parce que les politiques d'austérité l'ont plongée dans la misère? C'est cette question que plus de 1,8 millions de personnes adresse à l'Europe. Pour moi la réponse est limpide : Non, bien entendu car l'eau est un droit ; l'eau n'est pas une marchandise. La mobilisation massive et le travail de centaines d'associations ont donc produit leurs fruits, et je les félicite pour leur détermination. J'attends de la Commission européenne qu'elle se mette rapidement à l'ouvrage pour traduire cette demande légitime dans des actes concrets." 

EU-Bürgerinitiative "Wasser ist ein Menschenrecht"

Antwort der Kommission auf die erste EU-Bürgerinitiative ist mager


Die Europäische Kommission hat heute ihre Antwort auf die Forderungen der ersten erfolgreichen Europäischen Bürgerinitiative (EBI) „Wasser ist ein Menschenrecht“ gegeben. Die Initiative hat europaweit 1,9 Millionen Unterschriften gesammelt. Dazu erklärt Gerald Häfner, Beauftragter des Verfassungsausschusses des EP für die Umsetzung der EBI:

„Die Europäische Bürgerinitiative ist ein wirksames Instrument. Auch wenn ich mir seitens der Kommission eine ehrgeizigere Reaktion gewünscht hätte: In der Mitteilung verpflichtet sie sich eindeutig den von der Initiative geforderten Grundsätzen zum gleichberechtigten Zugang zu Trinkwasser und Abwasserentsorgung für alle Menschen. Ab nun werden alle Aktivitäten der EU an diesem hohen Maßstab gemessen – dank des erfolgreichen Engagements von Bürgerinnen und Bürgern aus allen EU-Ländern.

Leider bleibt die Reaktion der Kommission auffällig vage und unbefriedigend, was potentielle Änderungen des EU-Rechtes angeht – das ist zu wenig. Es wäre nicht nur möglich, sondern auch geboten gewesen, etwa bei der Revision der Wasserrahmenrichtlinie, die ja ohnehin in den kommenden Jahren ansteht, den Bürgerinnen und Bürgern einen verbindlicheren Zeitplan sowie konkrete inhaltliche Vorstöße zu geben. Auch sollte sich die Kommission endlich verpflichten, in Zukunft weder direkt noch indirekt – etwa über die Troika – öffentliche Träger zur Privatisierung der Wasserversorgung zu drängen. Schließlich hat die europäische Öffentlichkeit ein Recht, mehr im Detail zu erfahren, wie die EU gedenkt, den Schutz der Wasserversorgung etwa im Zuge der TTIP-Verhandlungen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen."

Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher Europaparlament, kritisiert, dass die Kommission heute keinen Legislativvorschlag macht, sondern lediglich eine neue Konsultation zu möglichen Gesetzesänderungen starten will:

"Die magere Entscheidung der EU-Kommission, 1,9 Millionen Bürgerinnen und Bürger in ihrem Wunsch nach Wasser als Grundrecht zu enttäuschen, ist Wasser auf die Mühlen der Europaskeptiker. Alle weiße Salbe der Kommission von Konsultationen und Respekt für die Bürgerinitiative kann nicht darüber hinwegtäuschen: Ohne Gesetzesvorschläge der EU-Kommission werden die Initiatoren der Bürgerinitiative und die Bürgerinnen und Bürger wenig Hoffnung auf mehr Europäische Demokratie aus dieser Aktion schöpfen. Kommissionspräsident Barroso, und die Kommissare Barnier und Ševčovič verweigern sich einer klaren Antwort auf klare Wünsche, indem sie nun monatelang neue Fragen stellen. Die heute angekündigte Konsultation ist der Versuch, das Thema hinter die Europawahl zu verschleppen."

Anmerkungen:

Die EBI ist das erste europäische Beteiligungsinstrument und wurde mit dem Vertrag von Lissabon (Art. 11 (4)) eingeführt.

Seit dem 1.4.2012 können Bürger überall in der EU zu ihnen wichtigen Anliegen Vorschläge machen. Dabei gilt es, die Unterstützung von mindestens 1 Million Unionsbürgern aus mindestens 7 Mitgliedsstaaten zu gewinnen. Erfolgreiche EBIs müssen vom Parlament wie von der Kommission angehört werden. Anschließend prüft die Kommission, ob und ggf. in welcher Weise sie dieses Anliegen am besten umsetzen kann.

Bislang wurden insgesamt 30 Initiativen angemeldet, davon haben bislang – nach eigenen Angaben – lediglich drei die Zielmarke von einer Millionen Unterschriften erreichen können.

Die Forderungen der EBI an die EU lauten insbesondere:

1.       Die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle Bürger und Bürgerinnen das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung haben.

2.       Die Versorgung mit Trinkwasser und die Bewirtschaftung der Wasserressourcen darf nicht den Binnenmarktregeln unterworfen werden. Die Wasserwirtschaft ist von der Liberalisierungsagenda auszuschließen.

3.       Die EU verstärkt ihre Initiativen, einen universellen Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung zu erreichen.

Die Grünen haben letzte Woche eine Aktion zur Unterstützung der Wasserinitiative gestartet. Näheres dazu findet sich unter http://www.gruene.de/meine-kampagne/rette-die-eu-wasserinitiative.html