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Europeana

Europas digitale Bibliothek auf Augenhöhe mit Google Books – Status von verwaisten Werken offen

Zum gestrigen Besuch des "Komitees der Weisen" und der EU-Kommissarin Neele Kroes im Kulturausschuss erklärte Helga Trüpel, Berichterstatterin für Europeana und Vizepräsidentin des Kulturausschusses im Europäischen Parlament:

"Ich begrüße, dass "Europeana", die europäische digitale Bibliothek, insgesamt Fortschritte macht und die angepeilten Ziele übertroffen wurden. Mehr als 14 Millionen Werke des europäischen Kulturerbes sind bereits online. Die Zahl der digitalisierten Bücher unterscheidet sich nur noch gering von der des Google Books Projektes.

Neben den positiven Entwicklungen gibt es aber erhebliche Probleme. Dies betrifft vor allem den Umgang mit verwaisten und vergriffenen Werken, deren Status nicht geklärt ist. Das von der Kommission einberufene Komitee der Weisen sollte im Kulturausschuss über seine Arbeit in diesem Zusammenhang berichten. Mehr als eine Bestandsaufnahme über das Ausmaß und Komplexität der Problematik hatte das Expertenteam leider nicht zu bieten. Anfang 2011 soll ein fertiger Bericht dem Parlament übergeben werden. Die Erwartungen sind hoch, denn das Thema Urheberrecht in der digitalen Welt, erlangt auf nationaler sowie europäischer Ebene immer mehr an politischer Brisanz.

Außerdem müssen die Mitgliedsstaaten ihre digitalen Objekte gleichmäßiger zur Verfügung stellen. Über 80 Prozent der eingespielten Inhalte von Europeana stammen aus großen west- und nordeuropäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Schweden, während zahlreiche Länder Osteuropas jeweils deutlich unter 1 Prozent Anteil stellen.

Kommissarin Neele Kroes will in Ihrer digitalen Agenda Verbraucherinteressen, wirtschaftliche Innovation und die Interessen der Kreativen gleichsam berücksichtigen und auch im Sinne von Binnenmarktskommissar Barniers das Urheberrecht schützen. Doch die Kommission muss nicht nur an einem Strang ziehen, sondern konkrete Lösungsansätze bieten, wenn Europa in der Zukunft wirtschaftlich konkurrenzfähig bleiben und seine weltweit einzigartige kulturelle Vielfalt bewahren will!"

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Helga Trüpel
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