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Pflanzentreibstoffe

Essen odert tanken

Essen oder tanken?

Grün kommt : Mehr Menschen ernärhen - weniger auto fahren

Food First!

Unsere Lebensmittel hängen am Öl

Die intensive Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie gehören zu den größten Energieverbrauchern Europas. Der Energiehunger der industrialisierter Landwirtschaft und der Verarbeitung, Lagerung und Transport der Lebensmittel wird stark subventioniert. Chemikalien, Dünger, Maschinen, Bewässerung und Trocknung von Pflanzen - alle sind vom Öl abhängig. Steigende Ölpreise bedrohen auch die europäische Lebensmittelversorgung. Importierte Futtermittel, die Spezialisierung der Landwirtschaft und eine beispiellose Konzentration im Bereich Handel und Verarbeitung von Lebensmitteln haben zu einem enormen Anstieg der Transportwege geführt - in Europa und weltweit.

Pflanzentreibstoffe: kein Patentrezept gegen den Klimawandel

Die Herstellung von pflanzlichen Treibstoffen soll den CO2-Ausstoß und die Klimaprobleme verringern. Alle grünen Pflanzen verbrauchen CO2 und wandeln es in Zucker und Sauerstoff um. Aber die gegenwärtigen Praktiken beim Anbau von Mais, Getreide, Zuckerrohr, Palmöl und Soja für die Herstellung von Treibstoffen basieren auf Mineralöl. Viele der wissenschaftlichen Studien und Berechnungen, die dem Anbau von pflanzlichen Treibstoffen positive Energiebilanzen bescheinigen, haben in der Regel weder den Transport der Energieträger noch die Belastungen für die Umwelt und die öffentliche Gesundheit oder die Risiken für die Ernährungssicherung einkalkuliert.

Nachhaltige Lebensmittelproduktion - ohne Raubbau in Entwicklungsländern

Die EU ist weltweit der größte Netto-Importeur von Lebens- und Futtermitteln. Millionen Hektar Ackerland außerhalb der EU und Millionen Tonnen Erdöl sind nötig, um die Menge an Lebensmitteln zu liefern, die wir zurzeit konsumieren. Um den Import von Mineralöl zu reduzieren und damit die Auswirkungen des Klimawandels zu mindern, müsste die EU ihr großes Potential nutzen, Energie einzusparen und Abfallstoffe besser zu verwenden, anstatt innerhalb und außerhalb Europas die Herstellung von pflanzlichen Treibstoffen blind zu fördern. Der aktuelle Boom bei pflanzlichen Treibstoffen trägt weltweit zur Absenkung des Grundwassers und der Auslaugung der Böden bei.

Hunger nach Energie gegen das Recht auf Nahrung

Die Spitzenreiter des Wirtschaftswachstums - zu denen jetzt China, Brasilien und Indien gehören - verbrauchen immer mehr Energie, was bald dazu führen könnte, dass auch mehr Menschen vom Hunger bedroht sind. In Nordamerika und Europa leben 19% der Weltbevölkerung, aber es werden dort 65% des weltweiten Mineralöls und 40% der verfügbaren Nahrung verbraucht. Der zunehmende Fleischkonsum (für die Produktion von 1 Kalorie Fleisch sind 10 Futterkalorien erforderlich) und die zunehmende Verschwendung von Lebensmitteln in der Nahrungsmittelkette (heutzutage landen ca. 35% der Nahrungsmittel der Industriestaaten im Abfall) müssen erste Angriffspunkte für eine Strategie zur Verbesserung der weltweiten Ernährungssicherung werden.

Nur durch eine drastische Reduzierung des Energieverbrauchs und der Lebensmittelverschwendung in den Industrieländern und durch Investitionen in eine nachhaltige Lebensmittelversorgung in den Entwicklungsländern kann Konflikten und Kriegen um Nahrung und Energie vorgebeugt werden.

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