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Presse­mitteilung |

50 MdEPs betroffen - Grünen/EFA fordern konsequenten Schutz  vor digitaler Gewalt

Neue Studie/Deepfakes

Die neueste Studie der Agora Digitale Transformation zeigt erstmals systematisch, wie stark weibliche EU-Abgeordnete von KI-generierter sexualisierter Gewalt betroffen sind. Zusätzlich zu den 147 bereits veröffentlichten Fällen von nationalen Parlamentarier:innen identifizierte die Studie 50 betroffene MEPs, darunter 46 Frauen. Damit ist mittlerweile etwa jede sechste weibliche EU-Abgeordnete betroffen, darunter auch Grünen/EFA-Mitglied Lena Schilling.

Terry Reintke, Grünen/EFA-Vorsitzende im Europäischen Parlament, kommentiert:

„Das Ausmaß digitaler Gewalt ist schockierend. Offensichtlich gibt es ein verbreitetes niederes Bedürfnis, starke Frauen in der Öffentlichkeit zu demütigen - von der Dunkelziffer ganz zu schweigen. Bei diesen Ergebnissen müssen alle Alarmglocken schrillen, wirksamer Schutz vor digitaler Gewalt muss endlich konsequent umgesetzt werden.

Wir rufen alle Mitglieder der demokratischen Fraktionen auf, sich unseren Forderungen an Rat und Kommission anzuschließen. Kommission und Mitgliedstaaten müssen nun konsequent durchsetzen, dass ab Anfang Dezember alle sogenannten Nudifyer-Apps verschwinden. Das Geschäftsmodell digitaler Gewalt muss trockengelegt werden, Tech-Unternehmen müssen Nacktbilder und Videos schnell und unbürokratisch von ihren Plattformen nehmen. Die Verantwortung muss endlich die Seiten wechseln. Es kann nicht die Verantwortung Betroffener sein, sich um die Löschung herabsetzender Bilder und Videos zu kümmern, hier müssen wir die Plattformen in die Pflicht nehmen.”

Lena Schilling, Grünen/EFA-Mitglied im EU-Parlament kommentiert:

„Fast jede sechste Frau im EU-Parlament ist von dieser Form digitaler Gewalt betroffen. Ohne ihr Wissen, ohne ihre Zustimmung werden KI-generierte Nacktbilder von ihr erstellt und verbreitet oder ihre Fotos mit einem ‚Undress her‘ Nudifier-Button versehen. Genau das ist 50 Abgeordneten dieses Parlaments passiert, 46 davon sind Frauen. Ich bin eine von ihnen.

Die Gewalt ist alt, der Modus ist neu. Es geht darum, Frauen zu demütigen, einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen. Ich will in einer Welt leben, in der Frauen in die Politik gehen, sichtbar sind und ihre Stimme erheben können, ohne Angst vor sexualisierter Gewalt haben zu müssen. Was wir heute akzeptieren, müssen vielleicht morgen unsere Töchter ertragen.“

Hintergrund

In einem von der Ko-Vorsitzenden Terry Reintke und der EU-Abgeordneten Lena Schilling initiierten Brief, den auch die Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten, Liberalen und Linken unterstützen, fordern die Abgeordneten die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten auf, sexualisierte KI-Deepfakes konsequent zu bekämpfen und das Verbot sogenannter Nudifier-Apps ab dem 2. Dezember 2026 wirksam durchzusetzen.

Targeted and Ignored: Sexualised deepfakes of Women MEPs and the Failure of Platform Responses
 

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Zuständige Abgeordnete

Terry Reintke
Terry Reintke
Ko-Fraktionsvorsitzende:r
Lena Schilling
Lena Schilling
MdEP

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