Press release


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Banking sector reform

Liikanen report proposals welcome but more ambition needed to reform banking sector


Commenting on the report of the European Commission's high-level group on bank structural reform (the Liikanen report), Green finance spokesperson Philippe Lamberts stated:

"This report outlines a number of important proposals that would contribute to the overdue reform of the banking sector. However, more ambition is needed in key areas like bank structure and remuneration if the EU is to take banking reform seriously.

"Ringfencing trading activities in banks would play a vital role in limiting contagion within and between banks and ensuring retail banking customers are not damaged by losses from investment banking activities in their bank, which have noting to do with them. However, the proposals fall short of what is needed to end the "too big too fail" conundrum. Further measures - such as cap limits on the size of assets that a bank can hold - are needed to reduce the systemic footprint of the banking industry. Exemptions for certain trading activities within retail banking open significant loopholes that would potentially nullify the effect of the ringfencing. This is a major shortcoming. We also regret that more radical - but equally easier to enforce - options such as a total separation of retail and investment banking have not been considered by the group.

"The proposal to use bail-in bonds for bonuses, while it may seem attractive, does not address excessive pay in the banking sector. The Greens remain convinced that it is necessary to set an absolute cap on bonuses, by imposing a strict ban on bonuses that exceed fixed remuneration, as we have tried to introduce in legislation on capital requirements.

"The proposal to force banks to build up a sufficiently large layer of bail-in debt is welcome, as it should help to improve banks' overall loss absorptive capacity.

"These proposals make an important contribution to the urgently-needed reform of the banking sector. However, it is important that any legislative reform is as ambitious as possible and the Greens will work to ensure the deficiencies in these proposals are addressed in any eventual legislative proposals."

Liikanen-Bericht

Sinnvolle Vorschläge zur Stabilisierung des Finanzsystems und Verbraucherschutz im Blick


Die Liikanen-Gruppe hat heute ihre Vorschläge zur Reform des europäischen Bankensystems vorgestellt. Kommissar Barnier hatte im Januar den Präsidenten der finnischen Notenbank, Erkki Likkanen zum Vorsitzenden einer Arbeitsgruppe ernannt, die analysieren sollte, welche Reformen im europäischen Bankensektor zusätzlich zu den aktuellen Gesetzgebungsprozessen auf europäischer Ebene notwendig sind. Außerdem soll die Gruppe Vorschläge machen, durch welche Maßnahmen Stabilität, Verbraucherschutz und Effizienz im europäischen Finanzsektor verbessert werden können. Im Anschluss an die heutige Veröffentlichung sollen die betroffenen Akteure zu den Ergebnissen konsultiert werden. Die  Europäische Kommission hat angekündigt, auf Basis dieses Berichts mögliche zukünftige Gesetzesvorschläge zu erarbeiten. Das Europäische Parlament wird ebenfalls eine Stellungnahme erarbeiten.

Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament kommentiert die Vorschläge der Liikanen-Gruppe:

“Der Liikanen-Bericht enthält konstruktive und effektive Vorschläge zur Stabilisierung des Finanzsystems und wirft außerdem Licht auf Schwachstellen beim Verbraucherschutz.

Der Vorschlag zur Abschirmung des Einlagengeschäfts vom riskanteren Investmentgeschäft geht in die richtige Richtung. Wenn eine Bank hinsichtlich ihres Eigenhandels mit Wertpapieren Schwellenwerte überschreitet, soll laut dem Liikanen-Bericht das Investmentgeschäft abgeschirmt werden. Dieser Vorschlag leistet einen Beitrag zur Stabilisierung des Bankensystems, bleibt aber hinter dem Grünen Vorschlag eines bedingungslosen Trennbankensystems zurück, den auch die SPD im Steinbrück-Papier unterstützt.

Ein effektives Trennbankensystem schirmt Anbieter und Verkäufer von Bankprodukten voneinander ab. So kann ein Verbot der Provisionszahlung von Anbieter und Verkäufer endlich ohne Wettbewerbsverzerrungen sinnvoll durchgesetzt werden, da auch der Vertrieb mit bankeigenen Produkten endlich reguliert würde. Wir können so die negativen Anreize für Berater abschaffen, dem Kunden möglichst provisionsträchtige Produkte zu verkaufen. In dieser Richtung macht die Liikanen-Gruppe einen Schritt, da sie verdeutlicht, dass mehr Transparenz für Verbraucher nicht reicht und fordert Vertriebstechniken besser zu regulieren. Hier unterschiedet sich der Bericht klar vom Steinbrück-Papier, das den gesamten Vertriebsbereich ignoriert und damit die stiefmütterliche Behandlung des Verbraucherschutzes durch die sozialdemokratische Fraktion im Europäischen Parlament fortsetzt.

Die Anforderung an Banken, bereits in guten Zeiten einen Abwicklungsplan vorzulegen und durch ein Polster an sogenannten Bail-in-Instrumenten die Aufnahmefähigkeit von Verlusten zu verbessern, ist richtig. Diese beiden Maßnahmen sind ein guter Weg, um zu verhindern, dass Bankenverluste auf den Steuerzahler abgewälzt werden.

Eine weitere effektive Maßnahme für ein stabileres Finanzsystem ist die von der Liikanen-Gruppe geforderte Schuldenbremse für Banken (Leverage Ratio). Sie gibt zuverlässiger über die Risiken der Banken Auskunft als viele Risikomodelle, die in Krisen ihre Aussagekraft verlieren. Der Liikanen-Bericht schreibt der Schuldenbremse eine wichtige Rolle zu und unterscheidet sich damit deutlich vom Steinbrück-Papier, in dem dieses Instrument nur “unter ferner liefen” auftaucht.

Jetzt liegt es an der Kommission, die hilfreichen Vorschläge der Liikanen-Gruppe zügig in Gesetzvorschläge zu übersetzen. Außerdem ist der Rat gefordert, bei der Bankenregulierung eine konstruktive Haltung einzunehmen und sich nicht von einzelstaatlichen Interessen in Haft nehmen zu lassen.”

 

Réforme bancaire

Les Verts accueillent favorablement le rapport Liikanen mais appellent à une vraie réforme du secteur bancaire


Philippe LAMBERTS, porte-parole du Groupe des Verts/ALE sur les matières financières, a commenté la publication du rapport Liikanen (issue d'un groupe d'experts de la Commission européenne sur les réformes du secteur bancaire):

"Ce rapport brise le mythe de la banque universelle comme seul et unique modèle dans l'industrie financière et dessine certains contours de la réforme du secteur bancaire, dont la nécessité n'est plus à rappeler. Néanmoins, nous déplorons le manque d'ambition du rapport sur certains aspects essentiels à une réforme digne de ce nom, comme par exemple la structure des banques ou la question des rémunérations.

Le cloisonnement des activités de marché de la banque - dont il est question dans le rapport - peut certes contribuer à limiter les effets de contagion intra- et interbancaires.

Néanmoins, les propositions du rapport Liikanen ne règlent en rien les problèmes engendrés pas l'existence de banques "trop grandes pour faire faillite". D'autres mesures, telles que la limitation de la taille des actifs détenus par les banques, seraient pourtant indispensables pour réduire la nature systémique de l'industrie bancaire européenne. Nous nous inquiétons également des exceptions proposées par le rapport Liikanen pour certaines activités de marché, qui pourraient créer un vide juridique et neutraliser les propositions de cloisonnement. Enfin, nous regrettons que le groupe d'experts n'ait pas considéré l'option de séparation stricte entre activités de détail et d'investissements, pourtant plus sûre et plus facile à mettre en œuvre que l'option présentée aujourd'hui.

La proposition d'utiliser les obligations convertibles ("bail-in bonds" en anglais) pour le paiement de bonus est intéressante à première vue, mais ne s'attaque pas au véritable problème: les rémunérations excessives caractéristiques du secteur bancaire. Nous restons convaincus de la nécessité d'un plafonnement absolu des bonus, tels que nous tentons de l'introduire dans la directive fonds-propres (CRDIV) en cours de négociation entre le Parlement et le Conseil.

En conclusion, les dispositions du rapport Liikanen contribuent à la nécessaire réforme du secteur bancaire, mais nous souhaitons aller plus loin. Nous continuerons à travailler pour pallier les manquements de ce premier rapport, dans le cadre d'éventuelles propositions législatives qui suivraient".