Press release


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EU financial rules (derivatives)

EP adopts new derivatives rules but missed opportunity for comprehensive EU regulation


The European Parliament today adopted new EU legislation on over-the-counter derivative products, based on a legislative agreement reached in February. The Greens welcome the creation of a regulatory framework for these opaque and risky products but regretted the failure to provide for proper EU oversight and tougher rules on risk management. After the vote, Green MEP and finance spokesperson Pascal Canfin (France) said:

"It is welcome that these opaque and risky financial products will finally be regulated at EU level. This help address the damaging impact unregulated derivatives have had. The new rules will ensure that the majority of privately traded over-the-counter derivatives will be standardised and traded through central counterparties, which will create greater stability in the financial system. Regulators will have reliable and comprehensive information on the use of both these products and derivatives traded on exchanges, which will go some way towards shedding light on this shadowy market. We hope this data will be put to good use in tracking the transfer of financial risks between market participants.

"The failure to ensure a more comprehensive role for the European Securities and Markets Authority (ESMA) in regulating central counterparty clearing houses (CCPs) is a major shortcoming however. At the insistence of the UK, the supervisors from other member states that might be impacted if a CCP collapses would only be able to overrule the decision of a national regulator on the basis of unanimity. The final agreement on the 'prudential rules' (for example regarding risk management) that will apply to clearing house also fails to convince and falls far short of the robust rules that are necessary particularly in regard to the risk in the system of CCPs taken as a whole. It also ignores the recommendations of the European systemic risk committee (ESRB), which argued for more powers for regulators to intervene to prevent systemic problems. As such, this represents a missed opportunity for more comprehensive EU regulation."

UE - Produits dérivés

Produits dérivés : une réforme imparfaite


Après le vote du règlement encadrant les produits dérivés de gré à gré (EMIR) en séance plénière du Parlement européen, Pascal Canfin, député européen, négociateur pour le Groupe des Verts/ALE se félicite :

« L’adoption de cette régulation marque une concrétisation de l'un des engagements de l’Europe au G20. La majorité des produits dérivés sera désormais traitée dans des chambres de compensation, ce qui renforcera la stabilité du système financier. Les régulateurs disposeront d’une information fiable et exhaustive des engagements sur ces produits. Un pan entier du système financier va enfin sortir de l’ombre. »

Pascal Canfin, regrette néanmoins :

«Les pouvoirs de l’autorité européenne des marchés financiers (ESMA) sont bien trop limités. Ce texte concentre des risques auparavant disséminés de manière opaque. Mais si ces entités sont mal supervisées, la concentration du risque pourrait être contreproductive. Or la position britannique l’a emporté en imposant un veto national au détriment d'une supervision européenne. De plus, le texte de compromis ne prend pas en compte les commentaires du comité européen du risque systémique (ESRB) qui demandait un renforcement des pouvoir des régulateurs pour encadrer les risques pris par les chambres de compensation.»

Regelung des Derivatehandels

Pflicht ohne Kür


Das Europäische Parlament hat heute Regeln für den außerbörslichen Derivatehandel (EMIR) beschlossen. Rat und Parlament hatten sich im Februar auf einen Kompromiss geeinigt. Demnach werden Finanzprodukte standardisiert und ihr Handel durch die nationalen Aufsichtsbehörden überwacht, da sie über Clearingstellen abgewickelt werden müssen. Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), für die Sven Giegold Berichterstatter war, bekommt eingeschränkte Aufsichtsmöglichkeiten über die Clearingstellen.

Nach der Abstimmung erklärt Sven Giegold, Sprecher der Grünen im Ausschuss für Wirtschaft und Währung im Europaparlament:

"Durch die Annahme der Verordnung gibt es jetzt ein europäisches Regelwerk für diese undurchsichtigen und riskanten Finanzprodukte. Endlich wird das Problem der unregulierten Derivate, die enorme Schäden verursachen können, regulativ angegangen.

Die Standardisierung und die Pflicht den Handel über Clearingstellen abzuwickeln, wird das Finanzsystem insgesamt stärken. Die Regulierungsbehörden erhalten zudem umfassende und zuverlässige Informationen zur Überwachung eines Großteils der Transaktionen dieser Produkte. Damit wird ein wichtiger Teil des Derivatehandels, der bisher im Verborgenen stattfand, ans Licht geholt. Jetzt kommt es darauf an, dass diese Daten gründlich analysiert werden, um die Übertragung von Risiken zwischen Marktteilnehmern nachvollziehen zu können und Transparenz zu schaffen."

Bezüglich der neuen Befugnisse für die ESMA bedauert Sven Giegold:

"Dass die Befugnisse der ESMA insbesondere bei der Aufsicht von Clearingstellen nicht erweitert wurden, ist ein großer Schwachpunkt des Gesetzes. Auf Druck Großbritanniens mit Unterstützung der Deutschen Bundesregierung können die Entscheidung einer nationalen Aufsichtsbehörde nur durch einstimmiges Votum im Kolleg aller europäischen Aufseher außer Kraft gesetzt werden. Das gilt selbst dann, wenn die Mitgliedsstaaten vom Zusammenbruch einer Clearingstelle negativ betroffen wären. Wenn es um die Sicherheit einer neuen oder bestehenden Clearingstelle geht, hat ESMA zudem nur beratende und koordinierende Funktion. Diese Vereinbarung zeigt damit erneut, dass die Mitgliedstaaten kein Interesse an einer starken europäische Finanzaufsicht haben.

Der Kompromiss zu den Sicherheitsregeln für Clearingstellen ist ebenfalls nicht überzeugend. Die Regelungen erfüllen keinesfalls die Anforderungen, die angesichts der im Clearingstellen-System konzentrierten Risiken notwendig sind. Letztlich ignoriert das beschlossene Regelwerk auch die Empfehlungen des Europäischen Rates für Systemrisiken (ESRB) der forderte, nationalen Aufsehern mehr Befugnisse zum Eingreifen und Verhindern von systemischen Risiken zu gewähren. Trotz dieser erheblichen Schwächen stellen die Beschlüsse einen großen Schritt für Transparenz im Derivatemarkt und Finanzmarktstabilität dar."