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The "New Alliance for Food Security and Nutrition"

A threat to local populations in Africa


Family farmers and small-holders are the main investors in African agriculture, collectively producing about 70% of the food in Africa and providing about 60% of employment in rural Africa. They need to be at the core of efforts to combat food and nutrition insecurity and be given a strong voice when it comes to building agro-ecological farming systems based on food sovereignty and local production systems, with local control over land, fisheries, forests, seeds and knowledge.

The New Alliance for Food Security and Nutrition (New Alliance), a large public-private partnership launched in 2012 by the G8 and aiming to boost private investment in agriculture in Sub-Saharan Africa, in fact works against the objective of improving the lives of millions of local family farmers and small-holders. It promotes corporate-led, input-dependent agriculture and has been heavily criticised by civil society organisations around the world which have highlighted the risks it poses to local communities and the environment.

EU support despite many open questions

The EU is involved in the New Alliance to the tune of €1.2bn and leads on the cooperation frameworks with Malawi and Ivory Coast. In both countries civil society has been criticising the lack of information available to affected local populations about the New Alliance. Furthermore, several studies have highlighted the risks of land grabbing or the social, environmental and economic risks associated with the expansion of tobacco production in Malawi.

Given the EU’s involvement in the initiative as well as the risks this public-private partnership poses to food sovereignty and the fight against poverty in Sub-Saharan Africa, the European Parliament’s development committee today adopted its report on the New Alliance for Food and Nutrition Security (New Alliance) and took a critical stance towards this initiative. This report, by Greens/EFA MEP Maria Heubuch calls on the EU to fundamentally review its participation in this New Alliance and to address all deficiencies outlined in the report.

Land rights particularly endangered

Key demands include:
•    Stricter regulation and monitoring of public-private partnerships
•    Independent accountability mechanism, including an appeal mechanism for local people
•    Compliance with the FAO's Tenure Guidelines
•    Ex-ante impact assessments on land rights
•    Full transparency of all funding granted to private sector companies
•    Increased investments in agro-ecological practices

Prior to the adoption of the report, former UN Special Rapporteur on the Right to Food, Professor Olivier de Schutter, was commissioned by the European Parliament to produce a study on the risks and benefits of this New Alliance. Focusing on the areas of governance and ownership, land rights, contract farming, seed sector reforms, nutrition and gender, the study concludes that the New Alliance is "seriously deficient in a number of areas".

This report, by Greens/EFA MEPs in the development committee is largely based on the study's recommendations. Maria Heubuch concludes: "Big companies such as Monsanto, Cargill and Unilever are primarily working for profit. It’s difficult to see what sort of sustainable development benefits the support of such big multinationals through the New Alliance brings for the local populations, including smallholders and family farmers. Particularly when the latter have been largely excluded from the decision-making process related to this initiative. We need a genuine change of direction in agricultural and development policy. Everyone should have the means and opportunities to choose what kind of food they want to grow and consume. Agro-ecological practices, access to local markets and resources as well as a fair price for goods delivered are crucial if smallholders and family farmers are to have a chance of seeing genuine improvements in their lives."

Die "Neue Allianz für Ernährungssicherheit"

ein Risiko für die lokale Bevölkerung in Afrika


KleinbäuerInnen und Familienbetriebe sind die wichtigsten InvestorInnen in der afrikanischen Landwirtschaft. Sie produzieren etwa 70% der Lebensmittel in Afrika und schaffen rund 60% der Arbeitsplätze im ländlichen Bereich. Bei neuen Maßnahmen für mehr Ernährungssicherheit müssen sie im Mittelpunkt stehen, mitreden und mitentscheiden können. Im Sinne der Ernährungssouveränität muss die Kontrolle über Land, Fischerei, Wälder, Saatgut und Wissen in den Händen der lokalen ProduzentInnen liegen. Agrar-ökologische Methoden stellen eine wichtige Chance dar, um die Landwirtschaft in Afrika weiterzuentwickeln.

Die sogenannte "Neue Allianz für Ernährungssicherheit" (Neue Allianz), eine große öffentlich-private Partnerschaft, wurde 2012 von den G8-Staaten ins Leben gerufen. Die Absicht der Neuen Allianz ist, mehr private Investitionen in die Landwirtschaft in Afrika südlich der Sahara zu locken. Sie fördert kommerzielle Unternehmen und intensive Landwirtschaft, die in großem Ausmaß von Mineraldüngern und Hybridsaatgut abhängt. Das läuft dem Ziel, das Leben von Millionen von lokalen KleinbäuerInnen zu verbessern, entgegen. Wegen der potenziellen Risiken, die die Neue Allianz für die Umwelt und lokale Gemeinschaften birgt, wurde sie von der Zivilgesellschaft weltweit stark kritisiert.

EU unterstützt trotzt offener Fragen

Die Europäische Union beteiligt sich an der Neuen Allianz mit einem Gesamtbetrag von 1,2 Milliarden Euro und ist bei den nationalen Kooperationsabkommen mit Malawi und der Elfenbeinküste federführend. In beiden Ländern haben lokale NGOs die Intransparenz der Initiative gegenüber den betroffenen Bevölkerungen bemängelt. Darüber hinaus machen mehrere Studien auf die Gefahr von Landgrabbing aufmerksam oder weisen auf soziale, ökologische und wirtschaftliche Risiken hin, die im Zusammenhang mit der rasanten Ausweitung der Tabakproduktion in Malawi stehen.

Wegen dieser Risiken ist das Europäische Parlament aktiv geworden. Öffentlich-privaten Partnerschaften, die mit Geldern der EU gefördert werden, dürfen auf keinen Fall die Ernährungssouveränität und Armutsbekämpfung in Afrika südlich der Sahara bedrohen.

Der Entwicklungsausschuss des Europäischen Parlaments hat heute einen kritischen Bericht über die Neue Allianz verabschiedet. Federführend bei dieser politischen Initiative war die Grüne Europaabgeordnete Maria Heubuch. Der von ihr initiierte Bericht fordert die EU auf, ihre Beteiligung an der Neuen Allianz gründlich zu prüfen und allen aufgedeckten Problemen zu beseitigen.

Landrechte besonders gefährdet

Kernforderungen des Berichts beinhalten:

•    Strengere Regulierung und bessere Überwachung von öffentlich-privaten Partnerschaften
•    Unabhängiger Mechanismus für die Rechenschaftslegung, einschließlich eines Beschwerdemechanismus für die Menschen und Gemeinschaften vor Ort

•    Die Einhaltung der FAO-Leitlinien zu Land
•    Ex-ante-Folgenabschätzungen zu den Landrechten bei neuen, geplanten Investitionen
•    Volle Transparenz aller Unternehmen über die Fördersummen
•    Mehr Investitionen in agrar-ökologische Anbaumethoden

Als Basis des Berichts diente eine Studie des ehemaligen UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Nahrung, Professor Olivier de Schutter. Er wurde vom Europäischen Parlament beauftragt, die Risiken und Vorteile der Neuen Allianz zu überprüfen. Professor de Schutter beleuchtete Fragen zu Regierungsführung und Eigenverantwortung, Landrechten, Vertragslandwirtschaft, Gesetzesreformen zu Saatgut, Ernährung und Geschlechtergerechtigkeit. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Neue Allianz "in einer Reihe von Bereichen schwerwiegende Mängel" vorweist.

Der von der Grünen Abgeordneten Heubuch vorgelegte Bericht im Entwicklungsausschuss stützt sich weitgehend auf die Empfehlungen der Studie. Maria Heubuch kommentiert: "Große Konzerne wie Monsanto, Cargill und Unilever agieren in erster Linie profitorientiert. Wie die Förderung dieser Großkonzerne durch die Neue Allianz zu lokaler Entwicklung beitragen soll, ist schwer nachvollziehbar - besonders wenn KleinbäuerInnen und Familienbetriebe nicht mitreden und mitentscheiden können. Wir brauchen einen Richtungswechsel in der Agrar- und Entwicklungspolitik. Jede/r sollte die Möglichkeit haben, zu entscheiden, welche Lebensmittel er oder sie anbauen und konsumieren möchte. Agrar-ökologische Methoden, Zugang zu lokalen Märkten und Ressourcen und ein angemessenes Einkommen für ihre Produkte sind nötig, damit afrikanische Kleinbauern und –bäuerinnen eine echte Perspektive haben.“


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