Press release


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EU reaches deal on copyright exceptions on books for the blind or visually impaired

Marrakesh Treaty


A compromise deal was reached in trilogue discussions yesterday evening between the European Parliament, Council and Commission on the implementation of the Marrakesh treaty in the EU. The treaty makes exceptions to some copyright rules for books and other materials in accessible formats for people who are blind or visually impaired (such as audiobooks, large print, and braille).

Greens/EFA MEP Max Andersson, who negotiated the compromise on behalf of the European Parliament, says the deal can make a difference, but Member States must ratify sooner rather than later:

“Despite opposition from some Member States in the Council, I am pleased to have secured one of the main elements in the Treaty – the cross border exchange of books in accessible formats for people who are blind, visually impaired or otherwise print disabled. This means that a book which has been made available in an accessible format in one country can be accessed by people in other countries, both inside and outside of the EU.

"Now it’s important that the Member States honour their commitment and meet the agreed timetable so that the ratification process can start and the exchange of books can finally begin. Blind and visually impaired people have waited long enough."

Notes:

The full title of the treaty is the Marrakesh Treaty to Facilitate Access to Published Works for Persons Who Are Blind, Visually Impaired or Otherwise Print Disabled. The treaty was adopted in 2013 by the World Intellectual Property Organisation (WIPO). The compromise deal will now be formally approved by the Parliament in July. 

EU-Institutionen machen Weg zur Ratifizierung frei

Vertrag von Marrakesch


Am gestrigen Mittwochabend haben die Vertreter des Europäischen Parlaments, des Rates der Europäischen Union und der EU-Kommission den Trilog zum Vertrag von Marrakesch abgeschlossen und sich zu einem einfacheren Zugang zu Büchern und anderen Werken für blinde Menschen oder Menschen mit Seh- und Lesebehinderungen verpflichtet. Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion und Abgeordnete der Piraten-Partei, Julia Reda, sagt:

"Mit dieser Einigung konnten wir einen weiteren Schritt auf dem Weg für bessere Zugangsmöglichkeiten zu Büchern, Zeitungen und Zeitschriften für Menschen mit Sehbehinderungen machen. Gegen den Widerstand des Rates konnten wir den grenzüberschreitenden Austausch von Werken sicherstellen, die bereits in einem Land für Menschen mit Sehbehinderung angeboten werden. Es ist bedauerlich, dass der Rat seine Einwilligung von der Einführung einer Vergütungsmöglichkeit abhängig gemacht hat.

Nun ist es an den EU-Mitgliedsstaaten den Marrakesch-Vertrag möglichst schnell in nationales Recht umzusetzen - denn es wird höchste Zeit, dass wir blinden Menschen und Menschen mit Sehbehinderungen inner- und außerhalb der EU einen besseren Zugang zu Büchern ermöglichen. Darauf haben sie bereits lange genug gewartet." 

Hintegrund:

Der Vertrag von Marrakesch über den Zugang zu veröffentlichten Werken für Menschen mit Sehbehinderungen wurde 2013 von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) verabschiedet und ist im September 2017 in Kraft getreten, jedoch bisher nicht von der EU ratifiziert worden. Im Februar 2017 entschied der Europäische Gerichtshof, dass das Abkommen ausschließlich in die Kompetenz der EU falle. Die Abstimmung des Trilog-Ergebnisses im Plenum wird noch vor der Sommerpause erwartet.

 


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