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Press release


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Prime example of misguided EU security policy

European entry and exit system


The European Parliament’s Civil Liberties, Justice & Home Affairs committee will today vote on the creation of an entry/exit system for people from third countries travelling to and from the EU. Under the measures, expected to be backed by the majority in the committee, data will be gathered and stored on third country nationals travelling in or out the EU, including tourists and business people.

Vice Chair of the Civil Liberties, Justice and Home Affairs committee Jan Philipp Albrecht comments:

"This is a prime example of the misguided nature of the EU's security policy. The world won't be made safer by putting all tourists and business people under blanket supervision. Collecting fingerprints and face-scans without suspicion criminalises travellers. Not only is this completely disproportionate, it will also be ineffective and expensive.

"Data is already compared through the Schengen Information System but it is not stored permanently. EU Member States would be better off investing the estimated costs of around 1 billion euros in equipment and EU-wide cooperation of police and security authorities to investigate suspects and persons at risk."

Background:

The new system will save data such as passport, finger prints, face scans for two years to four years which will be accessible to EU-wide law enforcement and border security authorities. A study on behalf of the European Parliament suggests that scheme will cost 1 billion euros (http://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/STUD/2017/583124/IPOL_STU%282017%29583124_EN.pdf). The parliament's legal service has deemed the scheme disproportionate. The system will be subject to a final vote in plenary, with the date yet to be announced.

Paradebeispiel verfehlter Sicherheitspolitik

Europäisches Ein- und Ausreisesystem


Am heutigen Mittwoch stimmen die Abgeordneten des Innen- und Justizausschusses des Europäischen Parlaments über die Einigung mit dem Ministerrat über eine Verordnung für ein Europäisches Ein- und Ausreisesystem ab. Das System soll die Reisepassdaten sowie Fingerabdrücke und Gesichts-Scans aller Angehörigen von Drittstaaten erfassen, die regulär in die Europäische Union einreisen oder aus der Europäischen Union ausreisen, und für die Dauer von vier Jahren speichern. Betroffen sein werden vor allem Touristen und Geschäftsleute. Die Grünen/EFA-Abgeordneten werden gegen den Vorschlag stimmen. Jan Philipp Albrecht, stellvertretender Vorsitzender des Innen- und Justizausschusses, kritisiert die verfehlte Sicherheitspolitik:

„Das Ein- und Ausreisesystem ist ein Paradebeispiel verfehlter Sicherheitspolitik. Eine Mehrheit aus Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen stellt Touristen und Geschäftsleute unter Generalverdacht.

Die anlasslose Erfassung von Fingerabdrücken und Gesichts-Scans kriminalisiert unverdächtige Reisende und ist unverhältnismäßig, wirkungslos und teuer.

Daten werden bereits heute mit dem Schengener Informationssystem abgeglichen, aber nicht dauerhaft gespeichert. Die EU-Mitgliedstaaten sollten die geschätzten Kosten in Höhe von einer Milliarde Euro besser in Ausstattung und EU-weite Kooperation von Polizei und Sicherheitsbehörden investieren, um gegen Verdächtige und Risikopersonen zu ermitteln.“

Hintergrund:

Die EU-Datenbank-Agentur LISA in Tallinn soll die Daten für die Dauer von zwei Jahren speichern, die Daten von Reisenden mit abgelaufenem Visum („Overstayers“) sogar für vier Jahre. Zugriff auf die Daten haben EU-weit Strafverfolgungs- und Grenzbehörden. Eine Studie im Auftrag des Europäischen Parlaments veranschlagt die Kosten für das neue System mit einer Milliarde Euro (http://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/STUD/2017/583124/IPOL_STU%282017%29583124_EN.pdf). Der Juristische Dienst des Europäischen Parlaments kritisiert die Dauer der Datenspeicherung und die Möglichkeit des Zugriffs der Strafverfolgungsbehörden in einem Gutachten als unverhältnismäßig. Die Einigung wird final im Plenum des Europäischen Parlaments abgestimmt.