Press release


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Responsibility to protect (R2P)

EP calls for 'European Consensus'


The European Parliament today adopted a recommendation to the Council on the UN principle of 'Responsibility to Protect' (R2P). Speaking after the vote, EP draftsperson/rapporteur and Green foreign affairs spokesperson Franziska Brantner said:

"The EP has today sent a strong message to EU governments and the foreign policy high representative to adopt a 'European Consensus' on the 'Responsibility to Protect', with a view to clarifying what the principle means for EU foreign policy and the EU's role in its implementation. The cacophony of European responses to the upheavals of the Arab Spring and the mass atrocities and violations that followed clearly underlined the need for a common EU approach.

"The EP has today urged the EU to reinvigorate the principle of R2P and promote its inclusion in EU foreign policy. This implies: establishing a 'European Consensus' similar to those on development in 2006 and humanitarian aid in 2008, which commits EU institutions and member states to coordinate their respective policies on the basis of common guidelines; establishing a R2P focal point within existing structures; targeted training of EU delegation staff for the early detection of situations of concern; increased exchange with civil society on the ground; an annual report on the implementation of R2P and the suitability of EU instruments for this.

"MEPs have highlighted the preventive character of the principle and the importance of promoting non-coercive measures. The EP also recommended the development of criteria to be followed when acting to implement R2P (notably, the third pillar including military interventions), such as the proportionality of any intervention, a thorough balance of consequences and ex-ante clarity of the political objectives. Council also needs to strengthen the monitoring mechanisms of the implementation of UN Security Council mandated missions.

"The ball is now in the court of the Council and high representative Ashton. They must respond to these proposals, which were adopted by an overwhelming majority."

Prinzip der Schutzverantwortung ("R2P")

Annahme der Empfehlung an den Rat - Parlament fordert Europäischen Konsens


Nach der Verabschiedung im Auswärtigen Ausschuss am 21. März 2013 hat das Europäische Parlament heute eine Empfehlung an den Rat zum Prinzip der Schutzverantwortung der Vereinten Nationen angenommen. Zur Forderung eines 'Europäischen Konsens zur Schutzverantwortung' erklärt Franziska Brantner, außenpolitische Sprecherin der Fraktion Grüne/EFA und Berichterstatterin der Empfehlung: 

"Mit dieser Empfehlung fordert das Parlament den Rat und die Hohe Vertreterin auf, einen "European Consensus on R2P" zu entwickeln um klarzustellen, was das Prinzip der Schutzverantwortung für die europäische Außenpolitik bedeutet und welche Rolle die EU bei dessen Umsetzung spielen kann. Die Kakophonie europäischer Reaktionen auf die Umwälzungen des Arabischen Frühlings und damit verbundene schwerste Menschenrechtsverletzungen haben die Notwendigkeit für einen 'Europäischen Konsens zur Schutzverantwortung' gezeigt.

Das Parlament macht heute konkrete Vorschläge, um die Auseinandersetzung der EU mit R2P zu intensivieren und deren verstärkte Berücksichtigung in der europäischen Außenpolitik zu fördern: Wir fordern 1) einen Europäischen Konsens wie er 2006 zur Entwicklungspolitik und 2008 zur humanitären Hilfe verabschiedet wurde, und der die EU-Institutionen sowie die Mitgliedstaaten verpflichtet, ihre Maßnahmen auf der Basis gemeinsamer Grundsätze zu koordinieren; 2) die Schaffung einer R2P-Koordinierungsstelle; 3) gezieltes Training von Delegationsmitarbeitern zur Früherkennung kritischer Situationen; 4) stärkeren Austausch mit den Zivilgesellschaften vor Ort; 5) einen jährlichen Bericht über die Umsetzung des Prinzips und die Eignung der EU-Instrumente dafür.

Es ist erfreulich, dass dieses Haus den vornehmlich präventiven Charakter des Prinzips der Schutzverantwortung herausstellt. Außerdem fordert die Empfehlung den Rat auf, zur Entwicklung von Kriterien bei der Umsetzung von Einsätzen unter der dritten Säule des Prinzips beizutragen. Als Beispiele dafür werden die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes, ex-ante Klarheit über die politischen Ziele und profunde Folgenabschätzung genannt. Auch zur Stärkung der Überwachungsmechanismen von umzusetzenden Mandaten wird der Rat angehalten.

Nun liegt der Ball im Spielfeld des Rates und der Hohen Vertreterin, auf diese mit überwältigender Mehrheit beschlossenen Vorschläge innerhalb der nächsten sechs Monate zu reagieren."


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