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Mega-Staudammprojekt im Regenwald Amazoniens

Grüne Delegationsreise zum Belo Monte-Wasserkraftwerk nach Altamira

Belo Monte, schöner Berg – was idyllisch klingen mag, entpuppt sich recht rasch als Mogelpackung, verbirgt sich hinter diesem Namen doch ein Mega-Staudammprojekt im brasilianischen Regenwald, bei dem Schönheit schwer auszumachen ist. Entlang des Xingu, einem Nebenfluss des Amazonas, soll mithilfe von 10,3 Milliarden Euro das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt aus dem Boden gestampft werden. Dafür scheint jedes Opfer recht. So plant man nicht nur eine Fläche von über 500 Quadratkilometer zu fluten, sondern auch zehntausende Menschen umzusiedeln. Dadurch würde ein Teil des Regenwaldes unwiederbringlich zerstört und den UreinwohnerInnen ihre Lebensgrundlage entzogen. Dabei ist der wirtschaftliche Nutzen des Kraftwerks mehr als umstritten und der Bau laut ExpertInnen gar nicht nötig, würde Brasilien Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz setzen. Das Vorhaben gewinnt zusätzlich noch dadurch an Brisanz, dass momentan hunderttausende BrasilianerInnen auf die Straße gehen, um gegen sportliche Großprojekte zu demonstrieren, zugunsten derer Menschen umgesiedelt und Umweltverträglichkeitsprüfungen erst gar nicht durchgeführt wurden.

Um die örtliche Bevölkerung im Kampf gegen den Staudamm zu unterstützen und die aufgetretenen Bedenken durch Untersuchungen vor Ort zu untermauern, reisen die grünen EU-Abgeordneten Catherine Grèze, Eva Joly und Ulrike Lunacek vom 8. bis 11. Juli nach Brasilien. Auf ihrer Fact-Finding-Mission wollen sie Informationen darüber erhalten, welche Folgen das Projekt für die Umwelt und Ernährungssicherheit der indigenen Bevölkerung hat, ob die Zahlen über die geplante Energiemenge und Wirtschaftlichkeit der Wahrheit entsprechen, wie der Bau finanziert wird, wie die rechtliche Lage ist und welche Rolle europäische Unternehmen spielen. So wirkt etwa die österreichische Andritz Gruppe trotz der dargelegten Probleme an dem Projekt mit.

Die Abgeordneten werden sich in Brasilia, Belem und der Baustelle in Altamira (Bundesstaat Pará) mit VertreterInnen der Urbevölkerung, der Regierung, der brasilianischen Grünen, der Richterschaft und der europäischen Union trefen.

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