Chemikalien-Omnibus ist verpasste Chance für Gesundheitsschutz
Chemikalien-Omnibus
Das Europäische Parlament hat heute seine Position für die Verhandlungen über das Chemikalien-Omnibus-Gesetzespaket beschlossen. Die Grünen/EFA-Fraktion begrüßt, dass zentrale Schutzstandards erhalten bleiben, insbesondere das Verbot krebserregender, mutagener und fortpflanzungsschädigender Stoffe in Kosmetika.
Insgesamt bleibt das Ergebnis aber hinter dem Notwendigen zurück. Unternehmen dürfen künftig noch ein Jahr lang Produkte mit bereits als gefährlich eingestuften Stoffen auf den Markt bringen. Auch die Chance, besonders problematische Stoffe wie PFAS und hormonell wirksame Chemikalien konsequent zu verbieten, wurde verpasst.
Die Europaabgeordnete Katrin Langensiepen, Grünen/EFA-Mitglied im mitverantwortlichen Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO), kommentiert:
„Gesundheit ist keine Verhandlungsmasse. Wir konnten das Verbot besonders gefährlicher Stoffe in Kosmetika verteidigen. Das ist ein wichtiger Erfolg. Aber insgesamt bleibt das Ergebnis zu schwach. Die EU muss endlich klarstellen, wessen Interessen sie schützt, die der Verbraucherinnen und Verbraucher oder die der Chemieindustrie. Ein weiteres Jahr, in dem kritische Stoffe verkauft werden dürfen, ist ein weiteres Jahr vermeidbarer Gesundheitsrisiken für die Menschen in Europa.
Die EU darf die Interessen der Chemieindustrie nicht länger über den Schutz der Gesundheit stellen. Wir brauchen klare Regeln und ein konsequentes Verbot gefährlicher Stoffe in Kosmetika, von PFAS bis zu hormonell wirksamen Chemikalien. Die Industrie ist in der Verantwortung, die Alternativen sind da, wenn man nur will. Alles andere verschiebt das Problem nur in die Zukunft.“

