EU-Kommission muss gesundheitsschädliche Ewigkeitschemikalien vom Markt nehmen
Neue Studie – Ewigkeitschemikalien in der EU Höchste bisher bei Menschen gemessene PFAS-Werte
Die neue von der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament in Auftrag gegebene Studie über die Belastung mit so genannten Ewigkeitschemikalien (PFAS, per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) kommt zu alarmierenden Ergebnissen: Die im Blut gemessenen TFA-Werte (fortpflanzungsschädigendes Abbauprodukt von PFAS) sind die höchsten, die bisher bei Menschen gemessen wurden. Alle 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen EU-Ländern, darunter Deutschland und Österreich, weisen dauerhafte Belastungen auf.
Jutta Paulus, Grünen/EFA-Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments und approbierte Apothekerin, fordert die EU-Kommission auf, ein umfassendes Verbot der Ewigkeitschemikalien umzusetzen:
„Ewigkeitschemikalien müssen raus aus unseren Alltagsprodukten. Vor gesundheitsschädlichen PFAS in Kochgeschirr und Trinkwasser, Kosmetika und Kleidung, Klimaanlagen und Pestiziden gibt es kaum ein Entkommen. Die Studienergebnisse sind alarmierend und zeigen, dass die Menschen in der EU diesen Substanzen flächendeckend und dauerhaft ausgesetzt sind. Die gesundheitlichen Risiken tragen die Bürgerinnen und Bürger, Altlasten sind schon heute eine enorme finanzielle Belastung für Kommunen und Trinkwasserversorger. Die Regulierung der gesamten Stoffgruppe ist überfällig.”
Tilly Metz, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für öffentliche Gesundheit und Grünen/EFA-Mitglied im Umweltausschuss, fordert die EU-Kommission zum Handeln auf, gefährliche Stoffe von den Menschen fernzuhalten:
„Lippenstift, Zahnpasta oder Parfüm gehören zu unserem Alltag, doch bestimmte Inhaltsstoffe können zum Gesundheitsrisiko werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass Produkte des täglichen Gebrauchs krebserregende Stoffe enthalten. Beim Schutz der Gesundheit der Menschen bewegt sich die EU im Rückwärtsgang. Jedes weitere Jahr, in dem als gefährlich eingestufte Produkte auf den Markt gebracht werden dürfen, bedeutet ein weiteres Jahr mit mehr Krebserkrankungen, Fruchtbarkeitsproblemen und Störungen des Hormonsystems. Statt im Nachhinein Risiken zu regulieren, muss die EU-Kommission vorab gefährliche Stoffe von den Menschen fernhalten.“
Hintergrund
Die synthetischen Chemikalien sind extrem schädlich und langlebig und bauen sich in der Natur nahezu nicht ab. PFAS sind in Alltagsprodukten wie Outdoor-Bekleidung, Kosmetika, Lebensmittelverpackungen und Antihaft-Pfannen, aber auch Spezialfarben, Klimaanlagen und Pestiziden enthalten und stehen im Verdacht, Immunsystem und Fruchtbarkeit zu schädigen und das Krebsrisiko zu erhöhen.
Seit 2023 prüfen die Ausschüsse für Risikobewertung sowie für sozioökonomische Bewertung der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) einen Vorschlag zum Verbot von PFAS in der EU. Die wissenschaftlichen Stellungnahmen werden für Ende dieses Jahres erwartet. Ein Vorschlag der Europäischen Kommission zur Einschränkung der Verwendung von PFAS wird im Laufe des kommenden Jahres erwartet.
Im Juni dieses Jahres empfahl der Ausschuss für Risikobewertung der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), Trifluoressigsäure (TFA, kleinster Vertreter der PFAS-Gruppe) als fortpflanzungsschädigend (Kategorie 1B) einzustufen.
PFAS in Europeans - An exploratory study


