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COP15 muss Wendepunkt für Schutz von Tier- und Pflanzenarten werden

UN-Biodiversitätskonferenz

Vor der heutigen (Mittwoch, 23. November) Plenardebatte mit Blick auf die UN-Biodiversitätskonferenz vom 7. bis 19. Dezember im kanadischen Montréal (15. Vertragsstaatenkonferenz, COP15) unter dem Vorsitz Chinas fordert die Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament schnelles Handeln, um Arten und Lebensräume zu schützen, darunter die Wiedervernässung von Feuchtgebieten wie Mooren und den Schutz des Regenwalds und der Meere. Die COP15 muss sich in einem neuen UN-Abkommen zum Erhalt der Biologischen Vielfalt auf den effektiven Schutz von mindestens 30 Prozent aller Land- und Meeresflächen verpflichten sowie auf eine solide Finanzierung, Unterstützung weniger entwickelter Länder und einen klaren Zeitplan zur Umsetzung der Ziele bis zum Jahr 2030.

Die Grünen/EFA werden durch Jutta Paulus und Ville Niinistö auf der COP15 vertreten sein.

Jutta Paulus, Grünen/EFA-Delegierte auf der COP15, Mitglied im Umweltausschuss und Kontaktperson des Europäischen Parlaments für die Europäische Umweltagentur, kommentiert:

„Die Biodiversitätskonferenz muss zum entscheidenden Wendepunkt werden. Wir brauchen einen Paris-Moment im Artenschutz, mit klaren Zielen und solider Finanzierung. Beim Erhalt der Biodiversität geht es um nicht weniger als um die Rettung der Grundlagen unserer Existenz. Ohne gesunde Ökosysteme gibt es kein sauberes Wasser, keine fruchtbaren Böden, keine Luft zum Atmen. Die Erhaltungsziele bis 2020 wurden verfehlt und die Biodiversitätskonferenz startet mit zwei Jahren Verspätung. Das Zeitfenster schließt sich, doch es ist noch nicht zu spät für den Schutz und die Wiederbelebung von Mooren, Wäldern und Feuchtgebieten. Klimaschutz und der Schutz von Tier- und Pflanzenarten gehören untrennbar zusammen. Naturbasierte Lösungen sind wichtige Bausteine zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze und helfen auch bei der Klimaanpassung.

Die Verpflichtung zur Wiedervernässung von Mooren, zum Schutz von Wäldern und Meeren, das Ende der Finanzierung nicht-nachhaltiger Landwirtschaft und das Umlenken von Investitionen in die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume können den Weg ebnen für den Schutz von Millionen Tier- und Pflanzenarten und letztlich den Erhalt der Grundlagen unserer Zivilisation.”

Hintergrund:

Die globale Erderwärmung ist ein Motor des beschleunigten Artensterbens, doch die wichtigsten Faktoren bleiben die Zerstörung von Lebensräumen und intensive Landwirtschaft. Ökosysteme bieten Lebensräume für Arten, binden Kohlenstoff und regulieren den Wasserhaushalt und sind ein wichtiger Schutz gegen Dürren und Hochwasser. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen warnen, dass die Welt kurz vor dem ersten Massenaussterben steht, seit Menschen den Planeten Erde bewohnen. Der Weltbiodiversitätsrat schätzt, dass von acht Millionen Tier- und Pflanzenarten zwei Millionen bedroht und davon eine Million vom Aussterben bedroht sind.

Laut Berechnungen der Europäischen Kommission spart jeder in Renaturierungsmaßnahmen investierte Euro acht bis 38 Euro, denn gesunde natürliche Räume bedeuten Ernährungssicherheit, Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme, Klimaschutz und Stärkung der Gesundheit.

Plenardebatte heute (Mittwoch, 23. November) am Nachmittag live verfolgen, mit Redebeitrag von Jutta Paulus

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